Radio Lozärn

Pandemie: Killt ein Roche-Medikament das Coronavirus?

Ist die Krise bald überstanden? Ein Medikament des Schweizer Pharmakonzerns Roche senkt nach Angaben des Unternehmens die Gefahr eines schweren Verlaufs einer coronabedingten Lungenentzündung. Das gibt neue Hoffnung!

Es ist ein weiterer Hinweis bei der Suche nach einer erfolgreichen Therapie gegen Covid-19: Chinesische Ärzte berichten von Behandlungserfolgen mit dem Rheumamittel Tocilizumab! Bild: Roche

Eine Studie der Phase 3 habe gezeigt, dass Patienten, die das Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) bekommen hätten, eine um 44 Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit hatten, an die Beatmungsmaschine angeschlossen werden zu müssen als eine mit Placebos behandelte Vergleichsgruppe. Das teilte Roche erst letzten Freitag mit. Es liefen aktuell noch weitere Studien zur Wirksamkeit des Medikaments. Actemra/RoActemra sei noch nicht zur Behandlung von coronabedingter Lungenentzündung zugelassen. Actemra ist eigentlich ein Mittel gegen Arthritis.

Noch im September Corona-Schnelltests

Ende Monat soll zudem ein Corona-Schnelltest vom Pharmaunternehmen Roche auf den Markt kommen. Ausgeliefert wird der Test an private und öffentliche Diagnostik-Labore. Mit dem Test soll ein Resultat bereits nach 15 Minuten vorliegen, mit einer Treffergenauigkeit von 96,5 bis 99,7 Prozent, schreibt «Blick». Eine präventive Quarantäne bis zum Erhalt eines Resultats soll so verhindert werden. Berufstätige mit Verdacht auf Corona könnten schneller zurück an ihren Arbeitsplatz kehren und Touristen würde die Einreise aus einem Risikoland erleichtert.

Nicht als Selbsttest geeignet

Der Schnelltest ähnelt einem Schwangerschaftstest: Drei Tropfen des nasalen Abstrichs werden benötigt. Sofern das Fenster des Teststäbchens zwei Striche anzeigt, ist der Test positiv. Nur in diesem Fall müsste man sich in Quarantäne begeben. Selbst zu Hause durchführen kann man den Schnelltest jedoch nicht, dies muss eine medizinische Fachkraft tun.

So zuverlässig ist das Resultat

Die Schnelltests seien weniger genau als die PCR-Tests, die momentan überall der Standard sind, sagt Daniel Theis von der SRF-Wissenschaftsredaktion gegenüber SRF. «Die Sensitivität ist niedriger.» PCR-Tests weisen das Erbgut nach und seien deshalb sehr zuverlässig. «Bei diesem Schnelltest wissen wir erst, was uns der Hersteller verspricht.» Und das seien Traumwerte, die weltweit kaum jemand erreiche. «Man weiss aber nicht, was die genauen Testbedingungen waren.»

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