Das Festival «Szenenwechsel» der Hochschule Luzern rückt die Stille ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Konzerte von Studierenden und Gästen aus dem In- und Ausland finden vom 26. Januar bis zum 1. Februar 2020 an verschiedenen Orten in Luzern statt.

Das Sinfoniekonzert vom 29. Januar 2020 im KKL Luzern wird von dem russischen Dirigenten Dmitry Sitkovetsky (Foto: John Walsh) geleitet. Bild: HO

Welche Bedeutung hat die Stille in der Musik? Kann es Musik überhaupt ohne Stille geben? Das Musikfestival «Szenenwechsel» der Hochschule Luzern widmet sich diesen Fragen in grosser musikalischer Bandbreite – von Jazz und Klassik bis zu zeitgenössischer Musik und Volksmusik. Valentin Gloor, Direktor des Departements Musik der Hochschule Luzern, sagt: «Musik ist ohne Stille, ohne die daraus entstehende Struktur undenkbar. Was diese Stille ausmacht, das möchten wir in der diesjährigen Festivalausgabe zeigen und für das Publikum erlebbar machen.»

«Still und urchig» geht es in der Jazzkantine zu

Eröffnet wird das Festival am 26. Januar 2020 im KKL Luzern mit einem Konzert der hochschuleigenen Big Band. Zusammen mit dem spanischen Saxofonisten und Komponisten Perico Sambeat und u.a. in Begleitung der Tänzerin Isabel Amaya und der Sängerin Esrin Sossai vereint das Konzert die Freiheit des Jazz mit der Leidenschaft des Flamencos. «Still und urchig» geht es am 27. Januar 2020 in der Jazzkantine zu: Das Ensemble «Alpinis», bestehend aus Instrumental- und Jodel-Studierenden, spielt unter der Leitung von Patricia Draeger und Markus Flückiger traditionelle wie auch neuere und selbst komponierte Stücke.

Die Orgelvesper «Lob der Stille» vom 28. Januar 2020 in der beindruckenden Jesuitenkirche macht das Crescendo der Stille zu einem besonderen Erlebnis für die Besucherinnen und Besucher. Das gemeinsame Konzert «Beredtes Schweigen» der Jungen Philharmonie Zentralschweiz und des Luzerner Sinfonieorchesters widmet sich dunklen Themen: dem Kriegslärm und der Totenstille. Aufgeführt werden Werke von Anton Webern (1883-1945), Richard Strauss (1864-1949) und Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), welche rund um den Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Das Sinfoniekonzert vom 29. Januar 2020 im KKL Luzern wird von dem russischen Dirigenten Dmitry Sitkovetsky geleitet.

Macht nicht erst unsere Wahrnehmung aus der Stille auch Musik?

Die Studierenden des Studios für zeitgenössische Musik nähern sich dem vermeintlichen Gegensatzpaar Musik und Stille im Konzert «Upon Silence» am 30. Januar 2020 im Neubad Luzern. Macht nicht erst unsere Wahrnehmung aus der Stille auch Musik? Das Kammermusik-Ensemble lädt am 31. Januar 2020 im Marianischen Saal zu einer Reise in die «stille Nacht» ein. Zusammen mit Jodel- und Klassikgesangsstudierenden werden in einem stilübergreifenden Spannungsbogen Werke von Johannes Brahms (1833-1897) und Benjamin Britten (1913-1976) sowie Schweizer Volkslieder vorgetragen.

Zum Festivalabschluss am 1. Februar 2020 im Neubad Luzern tritt das Improvisationsensemble der Hochschule Luzern auf. Unter der Leitung von Magda Mayas, Fachverantwortliche für Improvisation, werden Klangfarben und filigrane Texturen spielerisch erforscht und kaum wahrnehmbare Nuancen hörbar gemacht.