KriensNatur, eine Sektion von BirdLife Luzern, hat 50 Alpenseglerkästen bauen und diese unter dem neuen Lehnenviadukt im Ränggloch aufhängen lassen. Auch vier grosse Fledermaus Überwinterungskästen wurden an den Brückenköpfen aufgehängt.
KriensNatur ist dem Natur- und Vogelschutz in Kriens verpflichtet. Insbesondere gilt ihr Augenmerk den gefährdeten Arten, unter anderem den Seglern aber auch den Fledermäusen.
Bei der Eröffnung der neuen Strasse, am 15. März 2025, sind sie deshalb mit einem Infostand auf der neuen Brücke präsent.
KriensNatur zeigt dort ein Muster der Kästen, die jetzt unter dem Viadukt hängen, ein Alpensegler Dummy und hat extra eine grosse Infotafel über den Alpensegler hergestellt. Bei einem kleinen Wettbewerb können Fragen zum Alpensegler beantwortet werden und mit einem Gewinnlos kann dann am Gewinnstand ein kleines Geschenk abgeholt werden.
Wieso Segler- und Fledermausschutz notwendig ist
Mauer- und Alpensegler sowie Fledermäuse sind auf kleine Hohlräume an unseren Gebäuden und Mauern angewiesen. Früher waren die meisten Häuser so gebaut, dass im Dachbereich, auf der Mauerkrone und im Mauerwerk genügend Hohlräume und Nischen vorhanden waren, welche die Segler als Nistplätze nutzen konnten. Doch leider werden solche Stellen heute bei der Renovation wegsaniert. Die wenigen verbleibenden, für die Lüftung unbedingt notwendigen Hohlräume werden durch Insektengitter verschlossen. Doch Segler sind ihrem Brutplatz treu. Haben sie einmal an einem Ort erfolgreich Junge aufgezogen, kehren sie jedes Jahr ins gleiche Nest zurück, bessern dieses aus und brüten wieder darin. Auch während 9 Monaten Winterabwesenheit vergessen sie nicht, an welchem Haus und unter welchem Ziegel sie genistet hatten. Wurde in der Zwischenzeit das Haus abgerissen oder saniert, stehen sie buchstäblich vor verschlossenen Türen, wenn sie im Frühjahr aus Afrika zurückkommen.
Die stetige Abnahme der Brutplätze führt zwangsläufig zu einem starken Rückgang des Seglerbestandes und auch des Bestandes von Fledermäusen. Viele Kolonien, welche in Mehrfamilienhäusern aus den 30er oder 50er Jahren des letzten Jahrhunderts Unterschlupf gefunden hatten, wurden heimatlos.
Die Schaffung neuer Nistmöglichkeiten ist deshalb ein wichtiges Anliegen unseres Vereins KriensNatur aber auch von BirdLife Luzern und BirdLife Schweiz, unseren Dachorganisationen.
Ersatzmassnahmen dank künstlichen Nisthilfen an Häusern und Brücken
Nistplätze könnten bei Sanierungen ohne grosse Kostenfolge erhalten und an Neubauten mit wenig Aufwand eingerichtet werden. Es gibt dazu ein grosses Angebot an Nisthöhlen, gefertigt aus Holz oder aus dauerhaftem Holzbeton. Leider fehlt aber vielen Bauherren und Architekten das Bewusstsein für diese Probleme und auch das Wissen, wie man Ersatz schaffen kann. Erfahrene Vertreter vom Vorstand von BirdLife Luzern beraten Bauherren und Architekten bei Um- und Neubauten gerne.
Nistplätze für Mauersegler – BirdLife Luzern
Alpensegler sind sehr schnelle Flieger. Sie können jedoch nicht vor dem Einflug in die Höhle auf einen Ast sitzen wie Singvögel, sondern erreichen den Eingang direkt mit grosser Geschwindigkeit. Beim Abflug sind sie auf eine gewisse Höhe angewiesen, um sich fallen zu lassen. Beim Alpensegler sind das 8 Meter. Deshalb eignen sich, neben hohen Gebäuden wie Kirchen auch Brücken, wie der neue Lehnenviadukt beim Ränggloch, zum Anbringen von Nisthilfen für Alpensegler sehr gut.
Für die Fledermäuse gelten etwas andere Regeln, aber die Brückenköpfe sind zum Anbringen von Fledermauskästen sehr gut geeignet. Wir haben deshalb vier grosse Fledermausüberwinterungskästen anbringen lassen.

