Im ersten Podcast «Achte auf dich» von Radio Lozärn gibt der Ex-Präsident des FCL dem Moderator Andy Wolf und Achtsamkeitscoach und Bestseller-Autor Pirmin Loetscher zum ersten Mal nach seinem Abgang einen intimen Einblick in seine momentane Seelenlage nach dem Rücktritt, welcher er bereit im August 2024 ankündigte und per Ende Jahr dann vollzog. Er beschreibt darin die Ängste und die Leere danach, die sich auch körperlich und seelisch auswirkten.
Pirmin Loetscher vergleicht darin einen solche Trennung wie das Ende einer Liebesbeziehung. Jede Trennung ist mit Schmerz und Angst vor der Ungewissheit verbunden. Speziell im Fall von Stefan Wolf, der mit viel Herzblut sein Amt ausfüllte und dem es immer wichtig war, mit dem Fan, der die Basis jeden Vereins bildet, auf Augenhöhe und respektvoll zu begegnen. Er freute sich über die zahlreichen Vertrauensbekundungen aus seinem Umfeld, die ihn aber auch verstanden, dass er diesen ultimativen Schritt vollzog.
Energie ging immer mehr verloren
Die Prozesse und Ereignisse rund um das Amt des Präsidenten, so Stefan Wolf, hätten ihm viel Energie abverlangt, was sich auch auf sein Äusseres übertragen haben. Er habe die Warnzeichen immer verdrängt und bis zum letzten Tag, als er als Vertreter der FCL Holding AG an der GV der Stadion Luzern AG anwesend war, durchgezogen. Er habe den Job gerne gemacht, kein Tag sei wie der andere gewesen. Er schätzte den Kontakt zu Menschen, den direkten Draht zur 1. Mannschaft, was ihm als erfolgreichem, ehemaligen Fussballer nie schwerfiel. Er habe die Gespräche richtiggehend aufgesogen, er habe das schlicht und ergreifend gebraucht. Auch den Austausch zu Sponsoren sowie die bereits legendären Stadiontouren bei den Fans, die er jeweils vor dem Anpfiff unternahm. Von allen diesen schönen Emotionen, die nur der Sport in dieser Form mit sich bringt, habe er sich nur schwer trennen können.
Trauerphase zulassen
Pirmin Loetscher führt aus, dass es wichtig sei, die Trauerphase aktiv anzugehen. Schlussendlich sei es wichtig, diese Gefühle zuzulassen, man dürfe auch Sachen vermissen und dazu stehen, dass gewisse Dinge weh machen und auch gestandene Männer zu ihren Tränen stehen dürfen. Diese Trauerphase trägt entscheidend zur Heilung bei und legt gleichzeitig den Fokus auf eine positive Entwicklung. Das Learning aus dem Negativen soll möglichst schnell hin zum Sinnstiftenden führen. Das füllt die Leere, das Loch wieder auf. Die Phase muss man nun mal durchschreiten und auf keinen Fall verdrängen, ansonsten man mit den gleichen Problemen in eine neue Beziehung geht.

Sich genug Zeit geben
Stefan Wolf ist gemäss eigener Aussage noch nicht bereit für etwas Neues. Er gibt sich aber bewusst die Zeit und stellt fest, wie gut ihm das tut und er wieder besser zu sich selbst findet. Für die Zukunft hält Stefan Wolf alle Optionen offen, er schliesst aber nicht aus, dass diese wieder in den Sportbereich zurückführt. Sein Interesse daran ist jedenfalls ungebrochen.







