Schon bald wird in China durch Bitcoin-Mining mehr Kohlendioxid emittiert als von ganz Deutschland. Daher prophezeien Wissenschaftler dem Bitcoin schwere Zeiten voraus. Wird ein Bitcoin bald nur noch unter 5.000 US-Dollar wert sein?

Bitcoin, Ethereum & Co. waren gegen Mitte des vergangenen Monats mit einem rasanten Abverkauf konfrontiert. Nachdem die nach Marktkapitalisierung grösste Cyberdevise Mitte April auf ein Rekordhoch bei 64.748,91 US-Dollar geklettert war, ging es im Mai runter bis auf knapp über 30.000 US-Dollar. Schuld daran waren Aussagen der chinesischen Notenbank, wonach es Finanz- und Zahlungsdienstleistern nicht gestattet sei, Produkte oder Dienstleistungen in Digitalwährungen auszuzeichnen, sowie Kritik von Elon Musk bezüglich der schlechten Umweltbilanz des Bitcoins.

Kursverfall am Kryptomarkt

Im Mai hatte sich die japanische Notenbank kritisch geäussert. So beklagte sich der Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda über die enormen Kursschwankungen sowie den spekulativen Charakter, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Auf der Handelsplattform Bitstamp stürzte der Bitcoin daraufhin erneut auf etwa 35.340 US-Dollar ab. Aktuell kostet er rund 33.000 US-Dollar (Stand: 8. Juni 2021).

Drastische Regulierungen

Glaubt man den Forschern der Universität Cambridge, so stehen Bitcoin-Besitzer harte Zeiten bevor. Dies mit einem Kurszusammenbruch aufgrund von internationalen Regulierungen. Schon in wenigen Monaten sei ein Bitcoin wieder für unter 5.000 US-Dollar zu haben. Denn mit Klimaschutz lasse sich die Coin-Herstellung, die rund 144 Terawattstunden Strom pro Jahr verbraucht, künftig nicht mehr vereinbaren.

Der britische Physiker Mike Berners-Lee schlägt schon lange Alarm: Er veranschlagt den jährlichen Treibhausgas-Ausstoss aller Kryptowährungen auf 68 Millionen Tonnen. Mit einer Bitcoin-Transaktion wechseln gemäss dem Experten immer auch etwa 135 Gramm Elektroschrott die Hand.

US-Wissenschaftler schlagen Alarm

Trotz der Corona-Pandemie hat die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre im vergangenen Monat den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht. Das Mauna Loa-Observatorium in Hawaii, das seit 1958 Messungen vornimmt, verzeichnete für den vergangenen Monat durchschnittlich 419 Teile pro Million (ppm), wie die US-Behörde für Wetter, Klima und Ozeanographie (NOAA) am Montag 7. Juni mitteilte.

Der Mai ist üblicherweise der Monat mit den höchsten Kohlendioxidwerten im Jahr. Im Mai vergangenen Jahres lag der durchschnittliche Wert bei 417 ppm. «Wir fügen der Atmosphäre pro Jahr etwa 40 Milliarden Tonnen CO2 hinzu», sagte der NOAA-Wissenschaftler Pieter Tans. «Wenn wir einen katastrophalen Klimawandel vermeiden wollen, muss es oberstes Ziel sein, die CO2-Belastung zum frühestmöglichen Zeitpunkt auf Null zu reduzieren.» Also schwere Zeiten für Bitcoin-Fans.