Erstmals liess der Kanton Luzern die Fischbestände im Sempachersee mit einer standardisierten Methode erfassen und bewerten. In einer aufwändigen Befischungsaktion konnten 20 Fischarten nachgewiesen werden: 15 Arten sind einheimisch und standortgerecht, fünf wurden eingeschleppt. Am häufigsten kommen die Fischarten Felchen und Egli vor.

Foto: Pixabay

Der erhobene Fischbestand und die festgestellte Verbreitung zeigen, dass sich die grossen Investitionen in die Seesanierung lohnen. Die getroffenen Massnahmen beleben den Lebensraum Sempachersee ökologisch nachweislich. Die Artenzusammensetzung der Fischgemeinschaft eines Gewässers stellt einen hervorragenden Indikator für dessen Status als Ökosystem dar. Aus den klassischen Fischfangstatistiken und weiteren Beobachtungen ist die Fisch-Artenvielfalt im Sempachersee zwar bekannt. Zahlreiche Fischarten werden aber aus unterschiedlichen Gründen gar nicht befischt. Um ein vollständiges Bild der Bestände im See zu erhalten, gab die Dienststelle Landwirtschaft und Wald eine vom Bund finanziell unterstützte Untersuchung in Auftrag.

Gewählt wurde eine Erhebung nach einem reproduzierbar standardisierten Vorgehen, der sogenannten Projet-Lac-Methode. Durch diese Aufnahmemethodik können die Ergebnisse aktuell mit 29 anderen Seen der Schweiz verglichen werden. Zudem kann die Entwicklung des Fischbestandes durch spätere Folgeuntersuchungen als Monitoring fortgesetzt werden.

20 Arten nachgewiesen, Felchen und Egli dominieren

Im Herbst 2018 fand über mehrere Tage hinweg ein aufwändiges Befischungsprogramm statt. Insgesamt wurden 13’186 Fische gefangen. In der grossen Mehrzahl waren die gefangenen Tiere Kleinfischarten oder Jungtiere im Gesamtfanggewicht von rund 565 kg. Dies entspricht 0,6 Prozent der jährlichen Fangmenge durch Berufs- und Angelfischerei.

Foto: Pixabay

Nachgewiesen werden konnten 20 Fischarten, eine Hybridform sowie die Art Kamberkrebs. Von den aktuell nachgewiesenen Arten gelten nur deren 15 als im Sempachersee standortgerecht und historisch belegt. Fünf Arten sind als eingeschleppte, standortfremde Arten zu taxieren (Blaubandbärbling, Kaulbarsch, Sonnenbarsch, Wels und Zander).

In absoluten Zahlen wurden Egli am häufigsten gefangen; rund 7700 Tiere mit einem Gewicht von fast 190 kg. Gemäss Hochrechnung der erzielten Resultate pro Habitattyp (z.B. Uferbereich, Offenwasser- oder Tiefenwasserbereich) auf die gesamte Ausdehnung der einzelnen Habitattypen im See, liegen die Felchen noch vor den Egli. Felchen sind zahlenmässig etwa anderthalbmal so häufig wie Egli, gewichtsmässig dürften die Felchen das Sechsfache der Biomasse aller Egli aufweisen. Diese beiden Arten dominieren als Fischarten im Sempachersee, was entsprechend attraktiv für die Berufs- und Angelfischerei ist.