Wer über die Allmend in Luzern geht, sieht bald etwas Neues am Himmel: eine 25 Meter hohe Stele mit einem warmen, weissen Licht an der Spitze. Nachts soll es leuchten wie ein stiller Leuchtturm — ein Zeichen für über 10’000 Menschen, die in den letzten 150 Jahren im Dienst der Schweizer Armee ihr Leben verloren haben. Das Projekt heisst «Monumoira», das Baugesuch liegt seit dieser Woche bei der Stadt Luzern, und wenn alles nach Plan lauft, steht das Denkmal noch dieses Jahr.
Das Projekt für die Gedenkstätte Allmend nimmt konkrete Formen an. Zudem liegt nun das offizielle Baugesuch vor, nachdem das Siegerprojekt von Künstler Andreas Schneider und Architekt Philipp Schallnau aus Basel bereits 2022 aus über 100 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen als Gewinner hervorging. Derweil prüft die Stadt Luzern die Unterlagen für das eine Million Franken teure Denkmal.
25-Meter-Stele prägt Gedenkstätte Allmend
Das Herzstück der Gedenkstätte bildet eine rund 25 Meter hohe Stele. Diese «verortet den Ort des Gedenkens ähnlich einer Säule vertikal und macht den Gedenkort aus der Umgebung sichtbar», wie die Baugesuchsunterlagen zeigen. Ausserdem ist «die Spitze mit einem weissen, punktförmigen warmen Licht bekrönt, das am Tag und insbesondere in der Nacht den Ort des Gedenkens sichtbar macht». Dabei symbolisiert die Stele eine Verbindung zwischen dem Irdischen und dem Überirdischen.
Ergänzt wird die vertikale Komponente durch ein 165 Meter langes Metallband im Boden. Dieses durchzieht das Areal des Armee-Ausbildungszentrums Luzern und prägt das Gelände nachhaltig. Zudem wird an einer Stelle die Wiesenfläche abgesenkt, wodurch tiefere Schichten des Metallbandes sichtbar werden. Dort sind Inschriften zu den Themen Schmerz, Verlust, Trauer und Versöhnung geplant.
Gedenken an über 10’000 verstorbene Armeeangehörige
Die Gedenkstätte Allmend soll an über 10’000 Menschen erinnern, die in den letzten 150 Jahren im Dienst der Schweizer Armee ihr Leben verloren haben. Dabei geht es nicht nur um Soldaten, sondern auch um Zivilpersonen wie Mitarbeitende der Militärverwaltung oder zivile Opfer von Unglücken. Entsprechend ereigneten sich die Todesfälle bei Grenzeinsätzen während der Weltkriege, Flugzeugabstürzen, Schiess-, Munitions- und Verkehrsunfällen sowie Gebirgsunglücken.
Der Name «Monumoira» verbindet lateinische und griechische Begriffe: «monēre» bedeutet erinnern oder mahnen, «moira» steht für Anteil, Los oder Schicksal. Folglich soll das Denkmal den Hinterbliebenen und Armeeangehörigen als Ruhe- und Besinnungsort dienen. Gleichzeitig plant die Armee, dort Gedenkfeiern abzuhalten. Deshalb wird eine chaussierte Fläche mit Sitzgelegenheiten Besuchern zur Verfügung stehen.
Warum steht die Gedenkstatte ausgerechnet in Luzern?
Luzern hat eine lange Tradition als Militärstandort. Das Armee-Ausbildungszentrum auf der Allmend ist einer der wichtigsten Ausbildungsorte der Schweizer Armee. Mit Monumoira erhält Luzern neben dem weltberühmten Löwendenkmal — das an die 1792 in Paris gefallenen Schweizergardisten erinnert — eine zweite bedeutende miliäarische Gedenkstätte.
Für die Region Luzern bedeutet die Gedenkstätte eine weitere bedeutende Erinnerungsstätte neben dem bekannten Löwendenkmal. Inzwischen unterstreicht das Projekt die historische Bedeutung Luzerns als Militärstandort und schafft einen zentralen Ort des Gedenkens für die gesamte Schweiz. Schliesslich wird die Allmend damit um eine wichtige kulturelle und historische Dimension erweitert.
Gemäss den Baugesuchsunterlagen sollen sowohl Baustart als auch Fertigstellung noch in diesem Jahr erfolgen. Dabei belaufen sich die Projektkosten auf rund eine Million Franken. Weitere Details zum Projekt sind in der Luzerner Zeitung nachzulesen. Denn die Stadt Luzern wird das eingereichte Baugesuch nun prüfen und über die Bewilligung entscheiden.







