Weil es derzeit kaum Schnee auf den Zentralschweizer Pisten hat, greifen die Skigebiete zu Schneekanonen. Wie Kunstschnee das Unfallgeschehen beeinflusst, erklärt Samuli Aegerter, Kampagnenleiter Schneesport bei der Suva.

Kunstschnee ist härter als Naturschnee und dies kann sich bei einem Sturz nachteilig auswirken. Die Folge sind schwerere Verletzungen. Foto: Pixabay.

Samuli Aegerter, führt Kunstschnee zu mehr Unfällen auf der Piste?
Das wäre für die Prävention wirklich spannend zu wissen. Leider kennen wir weder den Anteil von Kunstschnee auf den Pisten, noch auf welchem Schnee die Sportler gestürzt sind. Was wir wissen: Kunstschnee ist härter als Naturschnee und dies kann sich bei einem Sturz nachteilig auswirken. Die Folge sind schwerere Verletzungen.

Was empfehlen Sie?
Die Herausforderung auf der Piste steigt bei wenig Schnee. Deshalb empfehle ich die erste Fahrt langsam anzugehen, um die aktuelle Situation auf der Piste kennenzulernen. So können sich Schneesportler auf die Gegebenheiten einstimmen. Weiter sind insbesondere bei Kunstschnee gut geschliffene Kanten von Vorteil: Ausweichen und Bremsen wird dadurch etwas einfacher.

Gibt es weitere Punkte, die Skifahrer und Snowboarder derzeit beachten müssen?
Bei wenig Schnee hat es mehr Unebenheiten und die wenigen Pisten sind etwas schmaler als üblich. Wenn sich sehr viele Schneesportler die Pisten teilen müssen, kann die Kollisionsgefahr steigen. Kollisionen wiederum führen zu schwereren Verletzungen als Selbstunfälle. Deshalb sollte jeder seine Fahrweise dem Können und den Voraussetzungen anpassen.

Interessiert an weiteren Tipps, wie Sie Ihr Unfallrisiko klein halten können? Dann machen Sie den Schneesport-Check der Suva: www.suva.ch

Die Kunst, Schnee zu machen

Nur wenige Skigebiete kommen heute ohne Kunstschnee aus. Abhilfe schaffen Schneekanonen. Doch die brauchen viel Strom und liefern nicht den gleichen Schnee wie die Natur. Schnee ist eine wichtige Grundlage für Sport und Tourismus. Laut Klimaprognosen wird in den nächsten 25 bis 50 Jahren die Untergrenze für schneesichere Skigebiete von 1200 auf 1500 m. ü. M. ansteigen. Deshalb dürfte auch die Zahl der Beschneiungsanlagen weiter steigen.

Experten gehen davon aus, dass in Zukunft mehr als 90 Prozent der Skipisten künstlich beschneit werden. Zudem investieren Bergbahnen in der Schweiz bereits heute durchschnittlich einen Drittel ihrer Einkünfte in den Ausbau der Beschneiungsanlagen. Bei dieser Entwicklung spielen die Wirtschaftlichkeit und die Umweltverträglichkeit zunehmend eine Rolle – gerade auch, weil die Herstellung von Kunstschnee sehr energieintensiv ist.