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Luzerner KMU-Tagung: Die Zusammenarbeit der Generationen im Wandel

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Die 12. KMU-Tagung der betrieblichen Gesundheitsförderung setzte sich mit den Herausforderungen der jungen Generation in der Arbeitswelt auseinander. Expertinnen und Experten zeigten den rund 450 Gästen auf, wie die Zusammenarbeit der Generationen gelingen kann und wie sie die Nachwuchskräfte stärken können. Radio Lozärn war dabei.

Die diesjährige KMU-Tagung der betrieblichen Gesundheitsförderung legte den Fokus auf die jüngste Generation der Arbeitnehmenden. Expertinnen und Experten zeigten den rund 450 Vertreterinnen und Vertretern von Luzerner KMU-Betrieben auf, wie sie die junge Generation im Einstieg in die Arbeitswelt unterstützen und die psychische und physische Gesundheit stärken können. Der Mix der Generationen könne in einem Betrieb herausfordernd sein, sagte Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements in seinem Grusswort.

«Ein Betrieb muss für alle Mitarbeitenden attraktiv sein. Im Idealfall nimmt ein Betrieb neue Ideen an und kombiniert diese mit dem vorhandenen Wissen.» Nur mit gegenseitigem Verständnis und einer guten Kommunikation gelinge eine gewinnbringende Zusammenarbeit, so Graf. Die betriebliche Gesundheitsförderung sei aktueller und wichtiger denn je – denn besonders die junge Generation habe unter den Folgen von Corona gelitten.

Den jüngeren Mitarbeitenden Verantwortung übertragen

Wie in einem Betrieb die Zusammenarbeit der Generationen funktioniert und ein Mehrwert für alle werden kann, zeigten Yannick Blättler, Gründer und Inhaber der Neoviso AG, und Sacha Johann, Coach für Life & Business Excellence und Mitinhaber von Premotion.ch, in ihrem Referat auf. Bei der Zusammenarbeit der Generationen sollten Vertrauen, Respekt und Wertschätzung den höchsten Stellenwert haben. Führen bedeute heute «coachen».

Die junge Generation wolle nicht nur Anweisungen, sondern auch die Erklärungen dazu. Sacha Johann: «Verantwortung abgeben ist ein Vertrauensbeweis. Auch wenn einmal Fehler passieren sollten, so bringt es auf Dauer mehr, jüngeren Mitarbeitenden Verantwortung zu übertragen, sie zu begleiten und ihnen den nötigen Rückhalt zu geben, wenn einmal etwas misslingt.»

Wertschätzende Feedback- und Fehlerkultur

Den Zusammenhang zwischen einer guten Arbeitsgestaltung und den Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Erwachsenen zeigte die Arbeitspsychologin Sibylle Galliker, sigall. Arbeits- und Organisationsgestaltung Universität Bern, in ihrem Referat auf. Der Einstieg in die Arbeitswelt sei prägend und bedeutsam. «Bei jungen Erwerbstätigen ist insbesondere auf eine individuelle Balance zwischen Unterstützung und Eigenverantwortung sowie eine wertschätzende Feedback- und Fehlerkultur zu achten», sagte Galliker.

Generell sollten Vorgesetzte ihre Aufmerksamkeit auf ein gutes Verhältnis von Ressourcen und Belastungen richten. Eine optimale Arbeitsgestaltung mit einem grossen Handlungsspielraum für die Mitarbeitenden sei der Schlüssel dazu, die Gesundheit der Erwerbstätigen zu fördern und die Innovationskraft der Wirtschaft zu gewährleisten.

Gesundheitsverhalten positiv beeinflussen

In einem weiteren Referat stellte David Schönenberger, Präventionsberater Betriebliches Gesundheitsmanagement der Suva, das Präventionsmodul «Fit for Work & Life» für Lernende vor. Die Suva bietet diesen interaktiven Workshop für Unternehmen mit jungen Erwachsenen an und unterstützt diese beim Einstieg in die Berufswelt. «Der Workshop unterstützt Lernende, ihr Gesundheitsverhalten bei der Arbeit und in der Freizeit zu reflektieren. Sie lernen, wie sie dieses Verhalten beeinflussen können und sie erhalten wertvolle Tipps zu Themen wie Risiko, Schlaf, Stimmung/Verstimmung, Fitness und Stress», erklärt David Schönenberger.

Das Präventionsmodul sei der Grundstein für eine gesunde und sichere Lehrzeit. Lernende hätten ein höheres Risiko, mehr Belastungen als Ressourcen in ihrem Arbeitsalltag zu erleben. Eine Betriebskultur, in der Fragen und Fehler erlaubt seien, würden einen wichtigen Beitrag leisten, damit sich junge Erwachsene in der Berufswelt wohlfühlen und sich weiterentwickeln können.

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