Luzern soll ein neues Museum erhalten: Das «Luzerner Museum für Natur, Geschichte und Gesellschaft» (Arbeitstitel) entsteht aus dem Zusammenschluss vom Historischen Museum und Natur-Museum Luzern.

Die dafür nötige Änderung des Kulturförderungsgesetzes wurde in der Vernehmlassung von Februar bis April 2021 unterschiedlich aufgenommen. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vernehmlassung teilten mit, sie könnten die geplante Zusammenlegung nicht beurteilen, solange das Museumskonzept nicht ausgearbeitet vorliege.

Sechs Wochen Vernehmlassung zum neuen Museumskonzept

Dem Regierungsrat ist bewusst, dass das in der Vernehmlassungsbotschaft vorgelegte Grobkonzept viele Fragen offenliess. In der Zwischenzeit wurde das neue Museumskonzept weiter ausgearbeitet. Der Regierungsrat begrüsst dieses ausdrücklich und beurteilt es als innovativ und überzeugend. Er hat entschieden, eine Vernehmlassung zum Konzept mit verkürzter Frist durchzuführen. Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann sagte heute vor den Medien: «Das neue Museum ist eine grosse Chance für den Kanton Luzern, ein Museum von Rang zu schaffen, welches für Besucherinnen und Besucher aus Stadt und Land eine Vielzahl spannender Angebote bereithält. »

An der Medienkonferenz gab der Bildungs- und Kulturdirektor den Start der Vernehmlassung bekannt, welche sechs Wochen dauert (26.8. bis 7.10.2021). Die Vernehmlassung zum Konzept ergänzt jene zur Änderung des Kulturförderungsgesetzes für den Zusammenschluss des Historischen Museums und des Natur-Museums.

Neues Konzept bezieht Publikum ein und schafft Mobiles Museum

«Mit dem neuen Konzept kommt das Museum in einen vielfältigen Austausch mit dem Publikum und bezieht dieses in verschiedenen Formen in den Museumsalltag mit ein», erklärte Direktorin Almut Grüner an der Medienkonferenz. «Innovative, ungewöhnliche und spannende Programme sollen die Bevölkerung der ganzen Zentralschweiz ansprechen, begeistern und inspirieren.» Die Kernausstellung (bisher Dauerausstellung) ist in mehrere «Erzählwege» unterteilt. Zusammen ergeben diese ein komplexes Bild von Natur, Umwelt, Gesellschaft und Geschichte im Kanton Luzern. Sonderausstellungen widmen sich aktuellen Themen. Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann ist dabei ein Punkt besonders wichtig: «Die Digitalisierung besitzt einen hohen Stellenwert. Digitale Medien kommen überall dort zum Einsatz, wo sie Mehrwert schaffen.»

Als neues Element ist ein Mobiles Museum vorgesehen, das «Gwundermobil»: ein umgebauter Kleinbus oder Transporter mit Anhänger. Dieser wird anfangs mit vier Grundmodulen zu verschiedenen Themen mit Bezug zur lokalen Lebenswelt bestückt und kann auch von Schulen genutzt werden. Das Mobile Museum macht in verschiedenen Gemeinden im Kanton Luzern Halt und kann so auch Menschen erreichen, welche das Museum sonst nicht besuchen würden. Verschiedene weitere, innovative Vermittlungsangebote sind auch in der Zentrale geplant. Die Museumssammlungen sollen an einem Ort zusammengeführt werden, an dem sie auch für die Öffentlichkeit besser zugänglich sind als heute. Sie bilden weiterhin einen wichtigen Teil der Museumsarbeit und stehen für Forschung zur Verfügung.

Neues Museum – fit für die Zukunft

Das neue Museum bietet sich als vielschichtiger Erlebnisort an, der die Bevölkerung dazu einlädt, sich aktiv mit gesellschaftlichen Fragestellungen rund um Natur, Umwelt und Geschichte auseinanderzusetzen. Insgesamt öffnet das Konzept die Türen für ein neues Museum von Rang und Ausstrahlung, das auch künftigen Erwartungen und Anforderungen gerecht zu werden vermag.