Der Puls steigt stetig. Vom 29. bis 31. August 2025 findet in Mollis das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt. Auch für den Zuger Schwinger Marcel Bieri bildet das ESAF den unbestrittenen Höhepunkt der Schwingsaison. In der Morgenshow von Andy Wolf gibt der sympathische Hüne einen Einblick in die Saisonplanung und verrät, was ihn am Schweizer Nationalsport so fasziniert: «Es gibt megaviele Floskeln, zum Beispiel der Kampf Mann gegen Mann, das gehört natürlich dazu. Was ich aber cool finde, ist, dass du für dich selbst verantwortlich bist. Wenn du die Leistung nicht bringst, dann weisst du, wer schuld ist, nämlich du selbst. Du bist nicht abhängig von anderen, aber der Teamaspekt ist doch da. Du trainierst mit deinen Kontrahenten zusammen und das bringt dich schlussendlich auch weiter. Es ist eine Mischung zwischen ganz klar einer Einzel-, aber eben auch einer Teamsportart, vor allem wenn man auf die Grossanlässe blickt, dann ist es wirklich Verband gegen Verband. Und das fasziniert mich auch.»
Im Nebenamt Lehrer
Neben der Leidenschaft zum Schwingsport geht Marcel Bieri dem geregelten Beruf eines Lehrers nach, je nach Anlass kann er das Pensum von normalen 80 Prozent anpassen. Er schätzt den Ausgleich sehr. Seine Schüler sprechen ihn auch immer wieder auf seinen Sport an und er ist gerne bereit, Fragen zu beantworten. Angesprochen auf das Highlight seiner bisherigen Karriere, erwähnt er den Sieg am Innerschweizerischen Schwingfest im letzten Jahr in seinem Heimatkanton.
Gefällt sich in der Rolle des Underdogs
Marcel Bieri steckt zurzeit in den Vorbereitungen und dem Aufbau zum Eidgenössischen Schwingfest: «Wir Innerschweizer haben schon zwei kantonale Schwingfeste durch, andere fangen später mit der Saison an. Wir haben dadurch mehr Pausen dazwischen. Ein weiteres Highlight neben dem Luzerner Kantonalen bildet das Aargauer Kantonale Schwingfest, wo wir als Gast gehen dürfen, was nicht selbstverständlich ist.»
Besonders fiebert Marcel Bieri auch dem Schwingfest auf der Schwägalp entgegen, dieses fehlt noch in seiner Sammlung an gewonnenen Bergkränzen. Das wäre noch das Tüpfelchen auf dem i, weil es auch einen sehr guten Formtest darstellt, da das Bergfest zwei Wochen vor dem ESAF stattfindet. Mit Thun als nächstem Austragungsort blickt Marcel Bieri bereits weit in die Zukunft.

Auf die Frage von Andy Wolf, was es braucht, um den Königstitel mit nach Hause zu nehmen, antwortet Marcel Bieri wie folgt: «Das ist eine schwierige Frage und das sollte ich hier nicht sagen, aber mein Ziel war nie, Schwingerkönig zu werden, weil ich weiss, was dann in Sachen Aufmerksamkeit auf dich zukommt. Ich möchte zwar vorne mitschwingen, und wenn du im Schlussgang stehst, dann liegst du auch nicht einfach nur hin. Als König musst du vieles mitbringen, was du selbst nicht beeinflussen kannst. Sei es dein Verband – wie stark sind deine Teammitglieder, können sie vorne auch mitmischen und so andere zurückbinden? Und natürlich Glück im Sinn der Einteilung gehört auch dazu und dass du Gegner zugelost erhältst, die dir auch passen. Aber klar, wenn du jeden Gang gewinnst, dann helfen auch die äusseren Faktoren nicht, dich zu stoppen.»
Wünschen wir Marcel Bieri, dass er in den Schlussgang kommt – und dann ist, wie gesagt, alles möglich.








