Der legendäre Street Artist Timmermahn ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Der Berner Künstler hinterlässt das grösste Wandbild der Schweiz in Rothenburg und unzählige Werke, die Menschen weit über die Landesgrenzen hinaus berührten.
Der 1942 geborene Multitalent war weit mehr als nur Maler – er vereinte Kunst, Theater, Musik und Literatur in seinem Schaffen. Als Dichter, Erzähler, Kabarettist und Theatermacher hinterliess Timmermahn Spuren in der gesamten Kulturlandschaft. Dennoch fanden seine Werke auch Eingang in die moderne Street Art-Bewegung, wo jüngere Künstler von seinem experimentellen Ansatz lernten.
Street Artist: Das grösste Wandbild der Schweiz als Vermächtnis
Besondere Bedeutung erlangte Street Artist Timmermahn durch sein monumentales Werk in Rothenburg. Auf dem 45 Meter hohen Futtersilo der Niederhäuser AG entstand 2023 das grösste Wandbild der Schweiz – ein Projekt, das sein künstlerisches Vermächtnis für kommende Generationen sichtbar macht. Zudem arbeitete er eng mit einer «Street Art Crew» zusammen, zu der Fabian «Bane» Florin aus Chur und Linus «Rips1» von Moos aus Luzern gehörten.
Das Monumentalwerk trägt den Titel «Der Heiler» und zeigt charakteristische Tiere mit grossen Augen – ein wiederkehrendes Motiv in Timmermahns Schaffen. Inzwischen kostet das Projekt rund eine Viertelmillion Franken und wurde durch Crowdfunding sowie Gemeindebeiträge finanziert. Die beteiligten Street Artists übernahmen die praktische Umsetzung, da Timmermahn aufgrund seines Alters nicht mehr auf Gerüsten arbeiten konnte.
Erinnerungen der Kunstszene an einen Anarchisten
Kollegen beschreiben Street Artist Timmermahn als unkonventionellen Geist, der nie einem bestimmten Stil folgte. «Ich studiere nie, was ich male. Ich gehe nie mit einer Idee schwanger. Ich lass es einfach lah tschäddere», erklärte er einst sein kreatives Vorgehen. Allerdings erkannten Kunstkenner trotz dieser scheinbaren Spontaneität einen hohen Wiedererkennungswert in seinen Arbeiten.
Seine Managerin Katharina P. Langstrumpf von der Kathamusic GmbH initiierte das Rothenburger Projekt zu Ehren von Timmermahns 80. Geburtstag. Sie wollte, dass «dieser Turm für Rothenburg so etwas wie der Eiffelturm für Paris» wird. Folglich entstand aus einem schlichten Betonturm die grösste Leinwand der Schweiz – ein Denkmal für einen Künstler, der Menschen Freude bereiten wollte.
Georges Müller, ein langjähriger Wegbegleite, würdigte den Verstorbenen mit bewegenden Worten: «Unser langjähriger Freund, Inspirator und Allerweltskünstler ist über den Regenbogen gegangen.» Deshalb werden Timmermahns Werke und sein Einfluss auf die Street Art-Szene weit über seinen Tod hinaus Bestand haben.







