Familie, Politik und Weggefährten haben heute in der Aula des Schweizer Paraplegiker-Zentrums Abschied vom verstorbenen Stiftungsgründer genommen. Die öffentliche Dankesfeier würdigte den Visionär einer ganzheitlichen Rehabilitation, die den Menschen ins Zentrum stellt.
Ein Lebenswerk für die Rehabilitation
Guido A. Zäch revolutionierte die Betreuung querschnittgelähmter Menschen in der Schweiz grundlegend. Wie die Luzerner Zeitung berichtet, erkannte der junge Arzt bereits in den 1960er-Jahren die enormen Lücken im Spital-, Sozial- und Versicherungssystem für Betroffene. Seine Vision einer ganzheitlichen Rehabilitation führte zur Gründung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung im Jahr 1975.
Der Pioniergeist Zächs manifestierte sich in einer beeindruckenden Reihe von Institutionen: 1978 gründete er die Gönner-Vereinigung, die heute über zwei Millionen Mitglieder zählt, 1980 die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung als Verband der Querschnittgelähmten. 1990 folgte die Eröffnung des Schweizer Paraplegiker-Zentrums und 2005 das Guido A. Zäch Institut.
«Eine 168-Stunden-Woche für die Patienten»
Zächs Engagement kannte keine Grenzen. Mit einem Arbeitspensum von 80 bis 90 Stunden pro Woche widmete er sein Leben der Sache der Querschnittgelähmten. «Eine ganzheitliche Betreuung von Querschnittgelähmten kann man nur in einer 168 Stunden Woche machen», pflegte der Visionär zu sagen, da auch die Patienten rund um die Uhr mit ihrer Situation leben müssten.
Josef Hofstetter, der heutige Direktor der Institution und enge Freund Zächs, erinnert sich an dessen unerschütterlichen Optimismus. Wenn Zäch auf Widerstand stiess, sagte er jeweils: «Gegenwind gibt Auftrieb, also nutzen wir diesen.» Diese Einstellung half ihm dabei, aus schwierigen Situationen Kraft zu schöpfen und sein Ziel nie aus den Augen zu verlieren.
Bedeutung für die Zentralschweiz und darüber hinaus
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil hat sich unter Zächs Führung zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum entwickelt. Tausende von Menschen konnten dank seiner Initiative neue Perspektiven gewinnen und ein selbstbestimmtes Leben führen. Die Institution ist heute ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und zieht Patienten aus der ganzen Schweiz und dem Ausland an.
Zächs staatsmännisches Auftreten verschaffte ihm Respekt in allen Gesellschaftsschichten. Ob Taxifahrer oder Bundesrätin – er behandelte alle Menschen gleich und fand zu jedem einen Draht. Diese Eigenschaft war entscheidend für den Erfolg seiner Mission, die Chancengleichheit von Querschnittgelähmten voranzutreiben.
Das Lebenswerk des Verstorbenen wird in den von ihm geschaffenen Institutionen weiterleben. Die ganzheitliche Betrachtung der Rehabilitation, die Zäch in die Betreuung von Querschnittgelähmten einbrachte, ist heute Standard und prägt die Arbeit in Nottwil nachhaltig. Seine Vision einer Rehabilitation, die den Menschen und nicht nur die Diagnose sieht, bleibt auch nach seinem Tod wegweisend für die Zukunft.







