Heiss, heisser, Stadtfest Luzern: Während Bands spielen und die Feldmusik marschiert, suchen Besucherinnen und Besucher Schatten – und fragen sich: Wo sind die Sonnenschirme geblieben?
Luzern, Kapellplatz – Samstag, 30 Grad im Schatten
Die Kleinformation „Legastoniker“ aus Horw spielt auf der Bühne, während sich Besucherinnen und Besucher unter den wenigen Bäumen drängen. Tische und Bänke stehen bereit, doch nur wenige sind besetzt – die pralle Sonne schreckt ab. Eine Handvoll Sonnenschirme spendet etwas Schatten, doch der Platz wäre gross genug für mehr.
Nach dem Auftritt der Band marschiert die Feldmusik Luzern im flotten Tempo über den Platz. Die Leute klatschen, die Stimmung ist gut – doch die Hitze bleibt drückend.

Wo sind die Sonnenschirme geblieben?
„Früher standen hier immer Sonnenschirme“, wundert sich eine Besucherin. In der AlertSwiss-App wurde soeben ein Hitzewellenalarm für den Kanton Waadt gemeldet – mit der Empfehlung, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Warum also fehlen die Schattenspender?
Veranstalter verweist auf Sicherheitsgründe
Auf der Website des Stadtfests heisst es:
„Am Stadtfest Luzern wird’s wieder heiss – nicht nur wegen der Stimmung! Damit ihr einen kühlen Kopf bewahrt: cremt euch fleissig ein, schnappt euch einen stylishen Hut oder eine Kappe und gönnt euch regelmässig Wasser – das gibt’s gratis an den zahlreichen Brunnen in der Stadt. Wichtig: Aus organisatorischen und sicherheitstechnischen Gründen sind Zelte und Sonnenschirme leider keine Gäste des Stadtfests.“
RADIO LOZÄRN hat beim Mediensprecher Daniel Lütolf nachgefragt. Er erklärt: „Aus sicherheitstechnischen Gründen wurde nicht im grossen Stil 100 Schirme bestellt.“ Zudem seien die Schirme bei einem Wetterumsturz nicht sicher verankerbar. Ein Zelt an der Bahnhofstrasse sei jedoch aufgestellt worden. Neue Ideen für Schattenspender würden geprüft – sofern sie das Budget nicht sprengen.
Auf die Frage, ob die Getränkeumsätze am Nachmittag rückläufig seien, meint Lütolf: „Selbstverständlich.“

Ein paar Schirme – und ein Sprung in die Reuss
Einige wenige lilafarbene Sonnenschirme haben sich dennoch auf den Kapellplatz verirrt und spenden Schatten. Ein Festbesucher wagt sogar den Sprung in die Reuss – mit Kleidern. Die Polizei erklärt ihm beim Verlassen des Wassers, dass das Schwimmen in der Reuss erst ab dem Kasernenplatz erlaubt sei. Eine Busse von 40 Franken wäre fällig gewesen.








