Der Luzerner Regierungsrat hat dem Planerteam Penzel Valier AG den Zuschlag für die Erneuerung und Erweiterung des Campus Horw erteilt. Der zweistufige Gesamtleistungswettbewerb ist damit abgeschlossen.

Das Gewinnerteam überzeugte in vielerlei Hinsicht: bezüglich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit sowie Funktionalität. Zentral ist überdies, dass das Projekt gut in die Umgebung passt und auf die Nachbarschaft Rücksicht nimmt. Auf dem Campus in Horw sollen ab 2029 die Mitarbeitenden und Studierenden des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern und der Pädagogischen Hochschule Luzern einen zeitgemässen Hochschulcampus beziehen können.

Alles erfüllt was gewünscht war

Der Luzerner Regierungsrat hat Ende Mai 2021 dem Planerteam Penzel Valier AG den Zuschlag für die Erweiterung und Erneuerung des Hochschulcampus in Horw erteilt. Von anfänglich 18 eingereichten Projekten schafften es vier in die Endrunde. Der Sieger erfüllte die Kriterien wie Konzeption, Architektur, Funktionalität sowie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit am besten. Das Planerteam aus Zürich hat beispielsweise die bestehenden Grundrisse gut adaptiert und die Nutzungsverteilung in den Geschossen sinnvoll arrangiert. Zudem sieht die Planung eine Nutzungsflexibilität vor, die im Hinblick auf die Zukunft für den Kanton von zentraler Bedeutung ist.

Das grösste je vom Kanton Luzern initiierte Bauprojekt kostet rund 365 Millionen Franken und liegt damit im Rahmen der Kostenschätzung (+/- 25 Prozent). Der dafür bewilligte Kredit von 53,5 Millionen Franken wurde in der Oktobersession 2020 vom Luzerner Kantonsrat bewilligt.

Finanzdirektor Reto Wyss, zuständig für die kantonalen Hochbauten, sagt: «Es freut mich, dass wir für den Campus Horw, der für die Hochschulbildung in der Zentralschweiz von grosser Bedeutung ist, ein hervorragendes Projekt realisieren dürfen.» Er ergänzt: «Ich begrüsse es sehr, dass die Baukörper gut proportioniert, durchlässig und mit Sicht nach Osten und Westen konzipiert sind. Ebenso gefällt mir im Hinblick auf die Vernetzung der Schulen, dass die Wege kurz sind und die Räume hohe Qualität aufweisen.»

Die Erschliessung zum Areal sei ideal gelöst und dürfte mit dem Park auch Anwohner und Anwohnerinnen anlocken. «Nicht nur betrieblich wurde das Optimum herausgeholt, auch von den Zugängen her gestaltet sich das Areal ideal, wenn man bedenkt, dass ein paar tausend Personen täglich dort ein- und ausgehen werden», so der Finanzdirektor. Ein weiterer wesentlicher Punkt war für die Luzerner Regierung der Aspekt der Nachhaltigkeit, sowohl bei der Erstellung wie auch nachher unter Betrieb. Die Gebäude sollen wichtige Nachhaltigkeitsziele erreichen und unter anderem den Anforderungen der 2000 Watt-Gesellschaft genügen. Die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt über die Energiequelle Seewasser, der Strom wird zu einem grossen Teil über Photovoltaikanlagen produziert.

Ein echter studentischer Campus

Auch Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann ist überzeugt von dem Projekt: «Das Projekt Gravity von Penzel Valier AG erlaubt es, Synergien optimal zu nutzen. Die praxisorientierte und zukunftsgerichtete Ausbildung und Forschung beider Hochschulen brauchen Seminarräume, Werkstätten, Ateliers und Labors auf dem neusten Stand, die flexibel, digital vernetzt und multifunktional nutzbar sein müssen.» Und: «Für mich als Bildungsdirektor ist es wichtig, dass die Studierenden den Blick auch über die eigenen Lehrbücher hinaus wagen – und damit den Horizont in vielleicht bisher unbekannte Gebiete erweitern.» Das gemeinsame Hochschulleben zeige sich, so Schwerzmann, auch in zwei ganz praktischen Bereichen: die beiden Hochschulen haben künftig eine gemeinsame Bibliothek, eine gemeinsame Mensa und weitere Räume, die von allen genutzt werden können. «Es wird also in vieler Hinsicht nach ein echter studentischer Campus, in dem Lehre und Forschung im Mittelpunkt stehen und der Austausch lebendig und vielfältig sein kann.»

Das Bauprojekt kostet rund 365 Millionen

Das grösste je vom Kanton Luzern initiierte Bauprojekt kostet rund 365 Millionen Franken und liegt damit im Rahmen der Kostenschätzung (+/- 25 Prozent). Der dafür bewilligte Kredit von 53,5 Millionen Franken wurde in der Oktobersession 2020 vom Luzerner Kantonsrat bewilligt. Abzüglich der Subventionen des Bundes schlägt der Campus in der kantonalen Investitionsrechnung mit rund 32 Millionen Franken zu Buche. Die Abstimmung im März 2021 hat deutlich gezeigt, dass die Erweiterung und Erneuerung des Campus Anliegen der Bevölkerung sind. Das Projekt wurde mit einem Ja-Stimmen-Anteil von knapp 65 Prozent angenommen. Im Jahr 2023 wird die Standortgemeinde Horw über die Teilzonenplanänderung befinden und ab 2025 startet die Realisierungsplanung.