Am Präsenzunterricht an den Volksschulen wolle der Kanton so lange wie nur möglich festhalten, sagte der Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann kürzlich. Diese Fehleinschätzung sorgt nun in Luzern seit Tagen für Corona-Chaos mit Massentests. Wann endlich greift Gesundheitsdirektor Guido Graf durch?

Nur noch wenige Tage bis zu den Ferien: Lässt Guido Graf, Regierungsrat und Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements, die Schulen schliessen?

Im Maihof-Schulhaus in der Stadt Luzern wurde letzte Woche bei vier Schülerinnen und Schülern eine Infektion mit dem mutierten Virus bekannt geworden – die positiv Getesteten wurden sofort isoliert und die betroffene Klasse unter Quarantäne gestellt. Dann gab’s am Freitag Massentests, die zum Teil auch verweigert wurden. Von den total 374 Tests fielen 18 positiv aus. Das Mariahilf Schulhaus ist ebenfalls betroffen. Und nun ist auch in Littau eine Corona-Mutation unterwegs.

Eltern in grosser Sorge

Heute erhielten die Eltern von drei Klassen einen Brief, dass im Schulhaus Littau Dorf die englische Virusvariante auftreten sei. «Da diese Virusvariante sehr ansteckend ist, hat der Kantonsärztliche Dienst die Quarantäne für die ganze Klasse angeordnet», heisst es im Brief. Mehr nicht, das Schulhaus bleibt zum Erstaunen vielen Eltern noch offen. Das sorgt für Ängste: Was will die Regierung so wenige Tage vor den Schulferien noch riskieren, fragt man sich in Littau und Luzern.

Grobe Fehleinschätzung der Luzerner Regierung

Prof. Alexander S. Kekulés Warnung wurde nicht gehört. Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle warnte vor 2 Wochen: An weiterführenden Schulen gebe es schwerste Ausbrüche. Jugendliche Schüler seien «ganz starke Treiber der Pandemie. Das ist ohne Wenn und Aber erwiesen.»

Der Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann stellte sich bisher gegen Schulschliessungen. Wie hoch wird der Preis seiner Politik sein?

Mutationen im Umlauf

Eine neue Mutation tauchte bereits im letzten Jahr öfter mal in verschiedenen Ländern auf, in Brasilien, Australien, den USA. Gehäuft breitet sie sich aber derzeit in Grossbritannien und Südafrika aus – und zwar als Zwillinge! Die beiden Varianten haben fast dieselbe Veränderung an der Aussenhülle. Sie werden unterschieden über ihre Namen, die aus Nummern bestehen: B.1.1.7 für die englische Mutation und B.1.351 für die Variante aus Südafrika. Aus Brasilien wird ein dritter Stamm gemeldet: P.1.

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