Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) ist im Krisenmodus und baut seine Kapazitäten zur Behandlung von Corona-Patienten an allen drei Standorten aus. Droht den Schweizer Spitälern trotzdem der Kollaps?

Um auf diese Situation bestmöglich vorbereitet zu sein, werden an allen drei LUKS-Standorten die Plätze für Corona-Patienten ausgebaut. Bild: LUKS.

Die Notfallstationen der Lombardei stehen am Rande des Zusammenbruchs. Täglich werden Dutzende Menschen eingeliefert, alle mit der gleichen Diagnose: beidseitige Lungenentzündung. Viele von ihnen können nicht mehr aus eigener Kraft atmen – doch die Beatmungsgeräte werden knapp. Daniele Macchini, Assistenzarzt im Spital Bergamo, schildert die dramatische Situation in einem Hilferuf auf Facebook: «Es ist Krieg, und die Schlachten finden ununterbrochen statt, Tag und Nacht.» Der Krieg, den er meint, ist der Kampf gegen Covid-19.

Drohen ähnliche Zustände auch in der Schweiz? Völlig ausgeschlossen ist das nicht. Nur eines steht schon heute fest: Rund fünf Prozent der Erkrankten brauchen Intensivpflege mit künstlicher Beatmung von bis zu vier Wochen. Klar ist auch: In der Schweiz gibt es gegenwärtig 1000 Betten auf Intensivstationen, 850 davon sind mit Beatmungsgeräten ausgerüstet.

Jetzt zählt jede Stunde

Alles muss unternommen werden um die Spitäler zu entlasten. Auch Luzern reagiert! Aufgrund der aktuellen Lageentwicklung rechnet das Luzerner Kantonsspital (LUKS) damit, dass die Zahl der Fälle, welche hospitalisiert werden müssen, in den nächsten Tagen und Wochen stark ansteigen wird. Um auf diese Situation bestmöglich vorbereitet zu sein, werden an allen drei LUKS-Standorten die Plätze für Corona-Patienten ausgebaut.

So wurde die in der vergangenen Woche eröffnete Isolierungsstation in Luzern mittlerweile vom 10. Stock Ost auf den 10. Stock West ausgeweitet und auch in Sursee und Wolhusen stehen mehrere Betten speziell für Corona-Patienten bereit. Zudem ist derzeit ein Ausbau der Intensivbetten in Planung. Weitere Kapazitäten können kurzfristig aktiviert werden.

Andere OPs müssen verschoben werden

Damit genügend Personal für die Betreuung von Corona-Patienten eingesetzt werden kann, müssen Wahleingriffe verschoben werden, sofern dies medizinisch zu verantworten und für den Patienten zumutbar ist. Die entsprechenden Vorabklärungen werden derzeit gemacht und die betroffenen Patientinnen und Patienten zu gegebener Zeit informiert.

Ab dieser Woche ist zudem vorgesehen, dass Mitglieder der kantonalen Samaritervereine auf der Isolierungsstation in Luzern (im ambulanten Bereich) eingesetzt werden. Diese Unterstützung durch den Schweizerischen Samariterbund trägt zur Entlastung der stationären Pflegenden bei.

Noch immer nicht bei den Menschen angekommen

An einer Pressekonferenz hat der Bundesrat verschärfte Massnahmen wegen des neuartigen Coronavirus bekanntgegeben. Dazu gehörte auch die Schliessung von Skigebieten. Trotzdem konnte man am Samstag dort Skifahren: Der Titlis war als eines von wenigen Skigebieten geöffnet, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Bundesrat Berset habe dies als illegal bezeichnet.

Rund 4000 Skifahrer seien an diesem Tag im Gebiet unterwegs gewesen. Das seien etwa 25 Prozent weniger Wintersportler als an einem normalen Wochenende. «Das war eine schwierige Situation, der Bund hat unklar kommuniziert», sagt der CEO der Titlisbahnen Norbert Patt zur «LZ». Und am Sonntag waren in der Stadt Luzern (z.B. beim Rathausquai) zudem die Terrassen der Restaurants randvoll wie eh und je – ob sich das rächt?