Daniel Kretz zu Gast bei Radio Lozärn
In Root werden die beliebten Fischer Kerzen produziert. Sie sind nicht einfach nur Lichtspender, sondern echte, stimmungsvolle Unikate – und das seit Generationen. Firmeninhaber Daniel Kretz war zu Besuch bei Radio Lozärn und gab im Gespräch mit Moderator Andy Wolf spannende Einblicke in die Kerzenproduktion im traditionsreichen Familienunternehmen.
Der Einstieg ins Handwerk war für Kretz fast schon vorgezeichnet: Schon als Kind schaute er in der Kerzenfabrik seinen Eltern über die Schulter, später absolvierte er eine kaufmännische Lehre und stieg anschliessend in den Betrieb ein.
Rustiko- und Raureif-Kerzen von Hand gefertigt
Heute führt er das Unternehmen mit viel Gespür für die perfekte Mischung aus Trends und Tradition. So finden sich im Sortiment klassische Rustiko-Kerzen, in Handarbeit gegossen und komplett durchgefärbt – eine Seltenheit in der heutigen Zeit, in der vieles maschinell gefertigt wird. Diese Kerzen leuchten besonders schön beim Abbrennen, betont Kretz. Auch die beliebten Raureif-Kerzen gehen in liebevoller Handarbeit über den Produktionstisch.
Ein Markenzeichen des Betriebs sind individuelle Duftkerzen. Die Düfte können recht stark sein und die Produktionsräume einhüllen. Daniel Kretz erzählte von einer Begebenheit, als sie – vollkommen legal – Hanfkerzen produzierten und die Polizei vorbeischaute. Aber natürlich war das Hanfaroma kein Problem.

Duftkerzen im Wandel
Kerzen mit künstlichen Düften, die vor 20 Jahren beliebt waren, finden heute kaum noch Anklang. Stattdessen setzt Fischer Kerzen auf natürliche Düfte und saisonale Klassiker – etwa für Weihnachten oder auf Kundenwunsch. «Wenn beispielsweise eine Firma für ein Provence-Thema Lavendel möchte, machen wir das», berichtete Daniel Kretz. Das Unternehmen bietet auch Lohnarbeit an – so stammen manche Grossbestellungen etwa von der Migros, auch wenn der Name Fischer dort nicht auf der Verpackung steht.

Nachhaltigkeit rückt in den Fokus
Verkauft wird vor allem über Gartencenter, Floristen, Gastronomiebetriebe – und direkt im Fabrikladen, wo Tauf-, Hochzeits- oder personalisierte Trauerkerzen mit Wunschmotiven erhältlich sind. Auch nachhaltige Aspekte rücken stärker in den Fokus. «Paraffin ist zwar ein Erdölprodukt, aber als Abfallstoff vorhanden – eine echte Alternative gibt es derzeit nicht», erklärte Kretz, der auch Führungen durch die Produktion gibt und mit diesem Thema häufig konfrontiert wird.
Kerzen made in Switzerland
Obwohl die Nachfrage im Herbst und Winter am grössten ist, läuft die Produktion das ganze Jahr. Die Zukunft sieht Kretz mit gemischten Gefühlen: Zwar seien jüngere Menschen weniger kerzenaffin, doch das Bedürfnis nach Atmosphäre und Symbolik bleibe bestehen. «LED-Teelichter ersetzen das nicht», sagte er. Sein Wunsch für die kommende Saison: mehr Wertschätzung für das Schweizer Handwerk – und dass sich die Kundschaft weiterhin bewusst für im eigenen Land produzierte Kerze entscheidet.


