Er steht bereits in seinem zehnten Jahr als Ständerat, wo er seit 2015 den Kanton Nidwalden vertritt. Von 2010 bis 2016 war er Mitglied des Nidwaldner Regierungsrates, wo er erfolgreich die Baudirektion leitete und spannende Projekte betreute. Die Rede ist von Hans Wicki, der in der Morgenshow von Radio Lozärn, präsentiert von Andy Wolf, auf seine politische Vita blickt und durchaus auch private Einblicke gewährt.
«Meine Zeit im Ständerat ist die längste Phase in meinem Leben. Ich bin noch nie irgendwo zehn Jahre gewesen. Sonst hatte ich einen Rhythmus von sieben Jahren, da hat sich irgendetwas verändert, wo ich wieder etwas anderes machen wollte. Jetzt bin ich noch für zwei Jahre gewählt und schauen wir mal, was dann herauskommt». Nur er wisse, wie es mit ihm nach 2027 weitergeht, hierzu wollte sich Hans Wicki nicht weiter äussern. «In den zehn Jahren im Ständerat ist mit mir als Person sehr viel passiert. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich das Ganze prästiere. Und zwar, weil ich ein Exekutivmensch und nicht ein Legislativmensch bin. Wenn du da über Gesetze diskutieren musst, die möglicherweise erst in acht Jahren Wirkung zeigen, dann ist das nicht mein Ding. Wenn ich etwas entschieden habe, dann will ich Morgen die Bagger auffahren und dann soll das gemacht werden. Aber es hat auch einen schönen Teil, wenn du an der Modellierung des gesellschaftlichen Zusammenlebens mitwirken kannst und in zehn Jahren gemerkt wird, aha, es funktioniert».
Er fühlt sich wohl im Ständerat
Er habe das Privileg als Ständerat des Kantons Nidwalden, dass 98 Prozent davon Hans Wicki sind. «Im Ständerat gibt es keine Parteien, es gibt nur Kantone. Und mein Kanton Nidwalden, der Regierungsrat, vertraut mir. Wir treffen uns selbstverständlich zwei Mal im Jahr und tauschen uns aus. Wir haben da ein hohes Mass an Deckungsgleichheit. Und wenn ich es einmal etwas präziser haben muss, dann rufe ich einem Regierungsrat direkt an, das kommt schon auch mal vor». Angesprochen auf den Umgangston im Ständerat antwortet Hans Wicki wie folgt: «Der Umgangston ist sehr angenehm, da respektiert man sich gegenseitig, man merkt, dass hier Personen und nicht Parteien ins Amt gewählt wurden. Deshalb sind das Persönlichkeiten, da hört man sich die Meinung des anderen an. Wir gehen auch gemeinsam Nachtessen, und das parteiübergreifend». Freundschaften innerhalb des Rates pflegt im speziellen zu Erich Ettlin aus Obwalden, Martin Schmid aus Kanton Graubünden, Hannes Germann aus Schaffhausen, Damian Müller aus Luzern und Josef Dittli aus dem Kanton Uri. «Das sind Leute, mit denen man sehr viel und gerne zusammenkommt», so Hans Wicki.
Wirkt kontrolliert und beherrscht
Von Andy Wolf befragt, wie er es mit den Emotionen halte, antwortet Hans Wicki: «Das ist eine gute Frage. Eigentlich bin ich sehr spontan, und sehr emotional, wenn es mir nahe geht. Aber ich abstrahiere relativ schnell, ob es eine persönliche, weltbewegende Geschichte ist oder ein Zufallsereignis, das da auf mich zukommt. Ich kann relativ stark und schnell abschätzen, ob ich meinen Emotionen völlig freien Lauf lassen oder ich das einfach geniessen soll, und zwar für mich selbst». Freude bereitet ihm seine Familie, sein Sohn und seine Tochter, die ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs sind. Und eben hat es die weltberühmte Popgruppe ABBA dem Vollblutpolitiker angetan. «Wenn ich zuhause bin und mir einen ABBA-Film reinziehe, dann ist das immer noch das höchste der Gefühle».

