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Homophobie und Mobbing: Promi-Wirt gibt auf und erhebt schwere Vorwürfe

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Charles Wüest ist bekannt aus der TV-Sendung «Bumann der Restauranttester» (3+). 2019 stellte er sich in Hergiswil im Brünig einer neuer Herausforderung. Vor einer Woche musste der Gastronom wegen hohen Mietschulden per sofort die Schlüssel abgeben. Sogar die Polizei war vor Ort. Nun meldet sich Wüest erstmals zu Wort.  

Das Restaurant Brünig an der Seestrasse 13 in Hergiswil hat eine lange Tradition.

Schluss mit Chuchichäschtli, auf seiner Webseite schreibt Charles Wüest: «Wie alle unsere Vormieter haben auch wir es nicht geschafft, Frieden zu finden im Brünig. Wir befürchteten es schon etwas länger, dass es bald Schluss sein könnte im Brünig. Es gab immer wieder Unstimmigkeiten, aber wir fanden immer wieder Lösungen. Durch das Corona haben wir einen Grossteil unsere Einnahmen verloren. Es war und ist noch immer eine sehr schwere Zeit.»

Alles gelogen?

Der Vermieter Jacques John Risi hatte lange Geduld und wehrt sich nun: «Leider ist es einfacher die Schuld bei allen anderen zu suchen als die Wahrheit zu akzeptieren. Es sind die massiven Mietausstände und das zumüllen meiner Liegenschaft. So geht das nicht. So hat meine Immobilie und mein guter Ruf keine Chance sich weiter zu entwickeln. Meine internationalen Hotelgäste, Mieter und Geschäftspartner begrüssen mein Handeln. Die Mietzahlungen sind schon vor Corona nicht eingegangen!»

Brünig Vermieter und Immobilien-Experte Jacques John Risi ist in Hergiswil beliebt und geschätzt. Bild: www.jjr-immobilien.ch

Das Restaurant Brünig an der schönen Seestrasse 13 in Hergiswil hat eine lange Tradition: Vor allem in den 80er/90er Jahren war der Brüning weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt. Charles Wüest, den Luzernern bekannt als Betreiber des Militärmuseum in Kriens und des Restaurants Chuchichäschtli in Reussbühl, wollte dem Brüning neues Leben einhauchen und an die alten Erfolge anknüpfen. Doch daraus wurde nichts, er ist gescheitert.

Charles Wüest Bild: Heinz Steimann

Homophober Angriff auf das Wirtepaar?

Der Wirt bleibt bei seiner Meinung. «Nun ergeht es uns wie vielen anderen Restaurants im Moment auch, hohe Mieten und Stromkosten sind eben nicht mehr so einfach tragbar. Offene Ausstände können eben leider nur langsam abgebaut werden», schreibt er und erhebt schwere Vorwürfe: «Dazu kam, dass ein homophober Angriff auf uns dem Wirtepaar, wie auch das Mobbing gegen unser Personal, von vermeintlichen Stammgästen dazu führte, dass wir diesen Hausverbot erteilen mussten. Die Wut und der Hass dieser Personen, führte dann die Unstimmigkeiten zwischen Vermieter und dem Pächter zu einer Eskalation.»

Schulden in der Höhe von 1,8 Millionen Franken

Lange lag Charles Wüest mit der Gemeinde Kriens in den Haaren. Diese vermietete ihm die Räumlichkeiten, sprich den Luftschutzkeller, in dem sich sein ehemaliges Militärmuseum befand. Doch Wüest nahm es damals mit der Bezahlung der Miete nicht so genau. Die Gemeinde Kriens wollte das Mietverhältnis kündigen, Wüest erhob Einspruch, das Gericht musste entscheiden. Bei den Dreharbeiten zur 3+-Sendung im Dezember 2015 versuchte Restauranttester Bumann, die Wogen noch zu glätten. Vergebens.

Denn bald kam Bumann zur Einsicht, dass die Fronten im Familien-Zwist dermassen verhärtet sind, dass selbst er nichts ausrichten kann. Also versuchte er es bei der Gemeinde Kriens. Schliesslich stand Wüest dort mit dem Mietzins im Verzug und der Rauswurf drohte. In der Sendung kam aus, dass die finanzielle Situation Wüests schwierig war. So sprach er selbst ganz offen von Schulden in der Höhe von 1,8 Millionen Franken, die nach Übernahme und Umbau des Restaurants und Museums auf ihm gelastet hätten.

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