In der September-Session hat der Kantonsrat Vorstösse behandelt, die den Klimawandel und dessen Auswirkungen thematisieren. Ziel ist es, die kantonalen Betriebe und Einheiten zur Reduktion von Plastikabfall zu verpflichten.

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Das Postulat Sara Muff: Weg von «single-use plastic»

Die Regierung wird damit beauftragt, den Verbrauch von «single-use plastic» und weiteren Einwegartikeln in kantonalen Betrieben und Einheiten zu vermeiden oder durch CO2-neutrale Alternativen zu ersetzen. Wo nicht auf diese verzichtet werden kann, sollen Alternativen geprüft werden, welche 1:1 rezyklierbar sind und mit denen die Kreislaufwirtschaft gefördert wird. Insbesondere bei Veranstaltungen auf öffentlichem Grund und Organisationen, an welchen der Kanton eine Mehrheitsbeteiligung hält, soll dies auch gelten.

Pro Jahr werden 1 Billiarde Plastiksäckchen produziert

Die weltweite Plastikproduktion ist in nur wenigen Jahrzehnten von 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf 322 Millionen Tonnen im Jahr 2015 exponentiell angestiegen. Parallel dazu stieg auch die anfallende Menge an Plastikmüll. In den Meeren besteht 85 Prozent des gesamten Mülls aus Plastik. Pro Jahr werden 1 Billiarde Plastiksäckchen produziert, also 1 Million pro Minute. Wobei die durchschnittliche Zeit, in der man diese benutzt, 12 Minuten beträgt, es aber bis zu 400 Jahre dauert, bis sie zersetzt werden.

53 Tonnen Mikroplastik in den Schweizer Böden

Zur Herstellung werden Erdölderivate verwendet, unter hohem Energieverbrauch, und es entsteht giftiges Dioxin. In der Schweiz werden gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) 125 Kilogramm Plastik pro Kopf verbraucht (Referenzjahr 2010). Damit liegt der durchschnittliche Verbrauch von «single-use plastic» in der Schweiz dreimal so hoch wie im europäischen Durchschnitt. Eine neue Studie der Universität Bern kommt zum alarmierenden Schluss, dass rund 53 Tonnen Mikroplastik in den Schweizer Böden liegen. Es wurden selbst in den entlegensten Naturschutzgebieten Plastikteilchen gefunden. Mikroplastik wird eine ähnliche Wirkung zugeschrieben wie der von Hormonen und kann den Stoffwechsel von Organismen beeinflussen.

Kanton Luzern soll seine Verantwortung wahrnehmen

Aufgrund dieser Problematiken muss der Kanton Luzern seine Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt wahrnehmen. Er soll seine Wirkungsmöglichkeiten ausschöpfen, um «single-use plastic» durch CO2-neutrale Alternativen zu ersetzten sowie Einwegartikel zu vermeiden und die Kreislaufwirtschaft zu fördern.