Eine ganze Branche geht vor die Hunde! Nicht nur in Luzern, in der ganzen Schweiz geht den Gastronomen das Geld aus. Vielen Angestellten droht Arbeitslosigkeit und damit werden auch die Sozialwerke stark belastet. Dabei könnte man gemäss Physiker Dr. Gerhard Scheuch (65) die Gastro-Terrassen längst Bedenkenlos öffnen. Doch noch verbieten Bund und Kantone das Arbeiten im Freien.

Dr. Gerhard Scheuch (65) beschäftigt sich seit 40 Jahren mit Aerosolen, also den winzigen Schwebeteilchen, die bei der Übertragung der Coronaviren wahrscheinlich die Hauptrolle spielen. Im Interview mit der BILD-Zeitung fordert er, dass man schon jetzt die Aussengastronomie öffnen könnte: «Wenn sich jemand dann doch beim Restaurantbesuch ansteckt, wird es nicht draussen passieren, sondern beim Besuch der schlecht gelüfteten Toiletten.»

Ein minimales Restrisiko

Die einzige Situation, die Scheuch draussen als gefährlich einstuft, ist, wenn Personen eng zusammenstehen und für längere Zeit miteinander sprechen. Im Interview mit der BILD-Zeitung schätzt er: «Mindestens mehrere Minuten. Aber das ist wirklich ein minimales Restrisiko. Wenn wir die Pandemie wirksam bekämpfen wollen, sollten wir uns auf die grössten Risiken konzentrieren, nicht auf diese 0,1 Prozent.»

Wo das grösste Risiko lauert, ist für Scheuch klar

In Innenräumen! Dr. Gerhard Scheuch: «Es gibt Fälle, wo ein Infizierter Aufzug gefahren ist und er Menschen, die erst danach den Aufzug genommen haben, angesteckt hat. Aus China gibt es den Fall, dass ein Mönch eine knapp zweistündige Busreise mitgemacht hat und dabei über 20 Menschen, die keine Maske trugen, infiziert hat. Er selbst ist erst einen Tag nach der Busfahrt krank geworden. Und klassisch ist auch die Studie über ein chinesisches Restaurant. Da wurden Restaurantbesucher an Nachbartischen angesteckt, weil die Lüftung die Aerosol-Wolke eines Infizierten in ihre Richtung pustete. In Innenräumen, besonders in engen, schlecht belüfteten, verhält sich das Virus wirklich teuflisch.»