Im neusten Vodcast von Andy Wolf auf Radio Lozärn, den er zusammen mit dem Achtsamkeitscoach und Bestsellerautor Pirmin Loetscher gestaltet, empfingen die Beiden Leo Wili, der vor zwei Jahren die niederschmetternde Diagnose MS, Multiple Sklerose erhielt. Aber anstatt den Kopf in den Sand zu stecken und sich in eine Ecke zu verkriechen, wählte Leo Wili den aktiven, lebensbejahenden Weg und überzeugt mit Lebensmut und Zuversicht.
Auf die Einstiegsfrage von Andy Wolf, wie es ihm gehe, antwortet Leo Wili: «Gut, absolut gut, schön und lässig, dass ich hier sein darf». Auf das Nachfragen von Andy Wolf hin, ob es ihm wirklich gut gehe oder es doch nur eine Floskel sei, antwortet Leo Wili: «Nein, es geht mir wirklich gut. Ich habe auch gelernt, dass man das auch nicht immer sagen soll, aber im Moment geht es mir wirklich gut». Die Frage ist im Fall von von Leo Wili wahrlich nicht unberechtigt, wenn man seine Geschichte kennt. Dazu Pirmin Loetscher: «Meistens ist die Frage mit es geht mir gut beantwortet und dann geht man in einem zweiten Schritt ein wenig weiter und merkt dann, dass es wirklich eine Floskel ist. 68 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind erschöpft und müde, dann müssten zwei von drei sagen, es geht so. Aber eben, wenn man mit Menschen ins Gespräch kommt, öffnet man nicht von Anfang an sein Herz. Wir können als Mensch ja auch nicht damit umgehen, wenn jemand sagt, es gehe ihm nicht gut».
Seit 2023 hat der die Diagnose
«Im April 2023 wurde es diagnostiziert, wie lange ich es schon in mir trage, weiss man nicht. Es handelt sich um eine autoimmune Krankheit, die das zentrale Nervensystem angreift, welches du im Rückenmark und im Gehirn hast. Und man weiss bis heute nicht, wieso das passiert. Die Symptome äussern sich in einem Taubheitsgefühl. Seit diesem Zeitpunkt weiss ich von dieser Krankheit. Deshalb nehme ich das anders auf, wenn mich jemand fragt, wie geht es dir». Pirmin Loetscher ergänzt dazu: «Es kann ja genau deswegen sein, weil du dich mit einer neuen Lebenssituation, der Krankheit und mit allem, was das mit sich bringt, auseinandersetzen musst, braucht es heute viel mehr. Früher haben Müdigkeit, Erschöpfung und Stress genügt, zu sagen, dass es mir nicht so gut geht, aber heute sind andere Faktoren wirklich zentral, dass es dir nicht gut geht».
Er geht proaktiv mit der Krankheit um
Man müsse das Negative erleben, um das Positive zu schätzen, sagt Leo Wili. Er verarbeitet seine Erlebnisse aktiv mit Tik-Tok-Kurzvideos: «Die Videos entstammen immer gewissen Lebenssituationen, auf der einen Seite rede ich mit der Krankheit, ich rede aber auch mit Leuten, deren Geschichte ich kenne, denen ich auch einen Ratschlag gebe, manchmal sind es aber auch Ratschläge, die ich mir selber gebe. Es geschieht immer alles sehr spontan. Ich stelle die Kamera auf und weiss zum vornherein nicht, um was es geht. Es ist nichts geplant, hat keinen Rhythmus, ich mache es dann, wenn es mir danach ist». Der Erfolg gibt ihm recht, eines seiner Videos wurde 500’000 mal aufgerufen. Als Unternehmer schränke ihn die Krankheit keineswegs ein, und das Schöne sei, dass die Leute mit einem positiven Gefühl auf ihn zugehen würden.

