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Long Covid: Nisten sich Zellen im Knochenmark ein, wird es gefährlich!

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Die Bedenken der Impf-Skeptiker und Massnahmen-Gegner gilt es ernst zu nehmen, doch neue Fakten zeichnen eine besorgniserregende Realität. Erkenntnisse zeigen, dass eine Infektion mit dem COVID-19-Virus (unabhängig vom Verlauf!) langfristig dramatische Long-Covid-Folgen verursachen kann.

Schwerpunkte Radbruchs Forschungen sind Autoimmunität, Entzündung und Immunpathologie, die Biologie von T- und B-Lymphozyten und Plasmazellen und die Entwicklung und molekulare Prägung des immunologischen Gedächtnisses.

Bei Long Covid könne es sich um eine vorübergehende Autoimmunreaktion handeln, sagt Immunologe Andreas Radbruch im Interview mit der Aargauer Zeitung. «Wenn sich nun aber in manchen Fällen Zellen, die erwünschte Antikörper machen, im Knochenmark eingenistet hätten, hätten wir ein Problem.» Denn diese Zellen seien resistent gegen viele Therapien. Radbruch besorgt: «Das ist ein Grund, warum viele Autoimmunerkrankungen noch nicht heilbar sind.»

Professor für Genetik und Immunologie

Andreas Radbruch ist Professor für Experimentelle Rheumatologie an der Charité, Professor für Genetik und Immunologie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Schwerpunkte Radbruchs Forschungen sind Autoimmunität, Entzündung und Immunpathologie, die Biologie von T- und B-Lymphozyten und Plasmazellen und die Entwicklung und molekulare Prägung des immunologischen Gedächtnisses.

Thrombosen und Fibrosen wegen Covid

Auf die Frage, wie hoch denn das Risiko sei, dass eine Corona-Infektion eine Autoimmunkrankheit auslöse, erklärt der Professor im Interview mit der Aargauer Zeitung, dass dies schon bei natürlichen Infektionen ein grosses Risiko darstelle. «Viele Autoimmunkrankheiten wie Rheuma-, Diabetes- oder Multi Sklerose entstehen so. Das Virus hat verschiedene Mechanismen, um die Immunreaktion zu bremsen», sagt Andreas Radbruch.

«Wir haben zum Beispiel herausgefunden, dass das Coronavirus einen Botenstoff namens TGF-Beta induziert. Normalerweise ist dieser im Körper nötig, um jene Antikörper zu machen, die unsere Schleimhäute schützen. Das Virus sorgt aber dafür, dass der Botenstoff zu Beginn der Infektion in grosser Menge produziert wird. Dann lähmt er die Immunabwehr und kann Thrombosen und Fibrosen auslösen.»

Impfung oder nicht – keine Diskriminierung

Der Graben zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften wird grösser und die gegenseitigen Anfeindungen nehmen zu. Soll die Corona-Impfung dennoch erzwungen werden? «Nein, ich war schon immer gegen jede Art von Zwang», sagt Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos gegenüber TCS MyMed. Er ist Chefarzt und Direktor des Universitären Notfallzentrums am Inselspital.

Das sei der Schweiz nicht würdig! Exadaktylos: «Ich bin für einen Dialog. Wenn jemand nicht will, dann ist es so. Wenn das Volksmehr allerdings geimpft ist, dann kann es die Spielregeln bestimmen. Aber immer so, dass Menschen, die nicht von der Impfung überzeugt sind, nicht ausgegrenzt oder angefeindet werden. Natürlich gilt das auch andersherum.»

Unter Autoimmunerkrankungen ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems zu verstehen, bei der körpereigene Strukturen – Zellen und Organe – angegriffen werden. Daraus resultieren unterschiedlichste Krankheitserscheinungen, von Typ-1-Diabetes und Multipler Sklerose bis hin zu Psoriasis und Rheuma.

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