Gesundheitsdirektor Guido Graf zeigt endlich Einsicht: Nun kommt ab Samstag auch im Kanton Luzern die erweiterte Maskenpflicht. Doch noch immer gibt es starken Wiederstand gegen die strengen Auflagen – vor allem aus den Reihen der bürgerlichen Parteien wie unter anderem der SVP.

Fakt ist: Masken helfen die Corona-Pandemie zu bremsen. Wer eine Maske trägt, den Mindestabstand (1,5 Meter) einhält und sich strikte an die Hygiene-Regeln hält, schützt damit auch die vielen Unternehmen, z.B. Restaurants, Bars oder Kleiderläden, die stark unter der Pandemie leiden. Es sollte nun jeder Person einleuchten, dass wenn die Spitäler überfüllt sind (derzeit in der Schweiz bis zu 50 Hospitalisierungen pro Tag), dann muss es leider erneut starke Einschränkungen oder sogar einen 2. Lockdown geben – und damit leidet erneut das Gewerbe enorm. Es würde zu sehr vielen Pleiten kommen.

Jetzt braucht es Vernunft

Noch immer vergleichen Luzerner Politiker eine Corona-Infektion mit einer Grippe-Infektion. Wie absurd das ist, erklärt Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité. Letzte Woche sagte er in seinem NDR-Podcast, dass es mittlerweile klare Zahlen zur Infektionssterblichkeit gebe. Wenn man alle Infizierten betrachte, und nicht nur die registrierten Fälle, können man von einer Sterblichkeit «im Bereich von einem Prozent oder sogar etwas mehr» ausgehen, wenn das Virus die Bevölkerung durchlaufe. Das wäre eine etwa 20 Mal höhere Sterblichkeit als bei der Grippe.

Wie mutig sind Corona-Leugner und Masken-Gegner?

In Kommentarspalten fragen Masken-Befürworter die Corona-Leugner und Masken-Gegner immer wieder: «Wären Sie bereit, falls Sie sich mit dem Virus infizieren und wegen einem schweren Verlauf auf Hilfe im Spital angewiesen wären, das Spitalbett einer Person zu überlassen, welche sich immer an die Maskenpflicht gehalten hat? Und sind Sie auch bereit im Fall einer Infektion komplett auf medizinische Hilfe zu verzichten – auch auf Medikamente?» Geht es um die eigene Gesundheit, so haben Corona-Leugner und Masken-Gegner ganz schnell andere Ansichten und werden mutlos.

Maskentragen im Alltag

Tragen Sie eine Maske, wenn Sie den Abstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht einhalten können und wenn kein physischer Schutz vorhanden ist. Mit physischem Schutz ist zum Beispiel eine Trennwand gemeint. Das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit dient in erster Linie zum Schutz von anderen Personen. Eine infizierte Person kann bereits zwei Tage vor Auftreten der Symptome ansteckend sein, ohne es zu wissen. Wenn also auf engem Raum alle Personen eine Maske tragen, wird jede Person von den anderen geschützt. Durch das Maskentragen ist kein hundertprozentiger Schutz gewährleistet, jedoch verlangsamt sich so die Ausbreitung des neuen Coronavirus.