In der neusten Ausgabe seines Vodcast auf Radio Lozärn hatte Andy Wolf den aufstrebenden Star am Schweizer Comedy-Himmel, Fabio Landert, zu Gast. Er erzählt von der soeben beendeten Deutschlandtournee, wie er seine Karriere lancierte und wer in Sachen Stand-up-Comedy sein Vorbild ist: «Die Sache mit der Tournee durch deutsche Städte tönt gross, aber aufgrund der Raumgrösse bin ich wirklich wieder auf den Boden zurückgeholt worden. Die Säle boten Platz für 30 bis maximal 250 Zuschauer. Ich habe mir das angetan, weil ich gemerkt habe, dass ich auch in Deutschland viele Fans habe und ich seit zwei Jahren nicht mehr dort war. Bei der ersten Deutschlandtournee habe ich dreissig Termine gespielt und das war gut so. Und dann ist das rüber geschwappt in die Schweiz, hier ist immer mehr gelaufen und ich musste mich entscheiden, ob ich mehr in Deutschland oder der Schweiz spiele. Heute versuche ich, beides miteinander zu vermischen».
Hat in Berlin gewohnt
Fabio Landert hat zwei Jahre in Berlin gewohnt, was ihm das Ausbrechen aus dem überschaubaren Comedy-Markt Schweiz erleichterte. Er hat bewusst die Wohlfühloase verlassen, um auch in Deutschland, speziell im südlichen Raum, durchzustarten. «Ich bin voll verknüpft mit der deutschen Szene und ich kenne alle, alle kennen mich. Im Comedyformat Nightwash habe ich einen Preis gewonnen, notabene als erster Ausländer. Als Erster, der nicht Deutscher war. Und so bin ich halt in diese Szene reingekommen, bin mit allen Comedians privat befreundet. Ich merke, dass mein Humor in Deutschland Potential hat, es muss jetzt einfach noch der Klick kommen, damit das Ganze grösser wird. Ich glaube, dass ich auf einem guten Weg bin und ich probiere, beides mitzunehmen, In der Schweiz ist es halt authentischer, wenn ich Schweizerdeutsch rede. Die Deutschen haben Freude an mir und das Potential ist da. Ich muss noch den Weg finden, wie ich beides miteinander verbinden kann».
Das Schicksal spielte mit
Vor seiner Stand-up-Karriere war Fabio Landert für eine Rollladen-Firma im Aussendienst tätig. Angesprochen auf seine Anfänge antwortet er: «Nach einem Auftritt habe ich mir an einer After-Show-Party ein zwei Gläser genehmigt. Beim Wechsel in einen anderen Club wurde ich von der Polizei angehalten und musste dann halt den Ausweis abgeben, was im Aussendienst natürlich suboptimal ist. Drei Monate konnte ich noch überbrücken, musste dann aber erkennen, dass es so nicht mehr geht. Wir haben uns dann einvernehmlich getrennt, weil auch der Arbeitgeber merkte, dass die Comedy-Sache immer grösser wird. Mein ehemaliger Arbeitgeber ist inzwischen auch ein Mega-Fan, mit ihm pflege ich auch sein sehr gutes Verhältnis».

Claudio Zuccolini spielt eine wichtige Rolle
Vorbilder sind wichtig und jeder hat sie. Im Fall von Fabio Landert ist das der bekannte Schweizer Stand-up-Comedian Fabio Zuccolini, zu dem er aufschaut: «Vor Claudio Zuccolini habe ich den grössten Respekt, er macht das schon sehr lange, ist mit dem fünften oder sechsten Programm unterwegs. Er ist voll am Durchstarten, seine Shows sind ausverkauft. Er ist ein «geiler Siech», den er sagt, ich mache nur Stand-up-Comedy. Er verkleidet sich nicht, er hat kein Bühnenbild, er kommt mit seinen Witzen auf die Bühne und kann so sehr viele Leute auf sich ziehen. Er ist und bleibt mein grosses Vorbild, weil ich mich voll mit ihm identifizieren kann».
Nun gönnt sich Fabio Landert ein paar freie Tage, um sich von der anstrengenden Deutschland-Tour zu erholen. Der Juli ist mit Ausnahme eins Gigs in den Bergen komplett blockiert, bevor er dann im Herbst wieder seinem Ding nachgeht.


