Im aktuellen Vodcast von Andy Wolf auf Radio Lozärn stellt sich Stephan Schärli der Hörerschaft vor. In einzuordnen, fällt nicht leicht, denn er ist Landwirt, Leiter der Notfallstation des Spitals Wollhusen, diplomierter Rettungssanitäter, Kantonsrat der Partei Die Mitte (und unter uns vielleicht schon bald Nationalrat), Kinderbuchautor, Präsident der Kirchgemeinde Menzberg, Präsident der Spitex Region Willisau.
Angesprochen auf die zahlreichen Tätigkeiten antwortet Stephan Schärli wie folgt: «Es tönt natürlich furchtbar, aber ich glaube, dass das spannende daran ist, dass das ein ganzes Leben von über fünfzig Jahre meines Lebens abbildet. Das verkörpert eben mich, weil ich der Typ bin, der ganz viele Sachen gerne macht, die es auf diesem Planeten gibt, die man einfach einmal gemacht haben muss». Befragt nach seiner Persönlichkeit antwortet er: «Stephan Schärli ist heute eine Persönlichkeit, der durch sein Leben und die Prägung des Lebens mehr in die Tiefe gefunden hat. Er weiss, was er will und der auch besser zu sich schaut als auch schon. Und auch effizienter ist in den Sachen, die er macht».
Ein durch und durch spannendes Leben
An seinem Wohnort, dem 600 Seelen-Dorf Menzberg, gebe es verschiedene Könige, neuerdings auch eine Schwingerkönigin. «Menzberg ist so ein Dorf, das archaisch von alten Luzernern und auch Jungen und Neuen und es hat etwas sehr spannendes, wo ganz viel Wurzeln und Heimat stattfindet. Im Moment arbeite ich 100 Prozent als Leiter Intensivstation im Spital Wolhusen, die Politik nebenbei und alle anderen Sachen sind auch noch dabei. Aber zurzeit ist es aufgrund der Personalsituation, die wir alle kennen, nicht anders möglich. Im Moment erlauben wir im Spital Wolhusen stürmische Zeiten, und das ist noch nett ausgedrückt. Aber wenn man darin arbeitet, und das zeichnet das Spital Wolhusen aus, da gibt es ein Team, welches schon viel miteinander erlebt hat. Die machen das unheimlich gut».

Schauspielausbildung in New York
Stephan Schärli erkannte schon früh, dass die Bewirtschaftung des Bauernbetriebes zu wenig abwirft. Entgegen den Ansichten seines Vaters: «Ich habe meinem Vater gesagt, ich gehe an die Schauspielschule in New York. Und da spielte es keine Rolle, ob ich nach Luzern oder New York gegangen wäre. Es war beides extrem weit weg für jemanden, der auf dem Menzberg aufgewachsen ist. Er war dann sehr nett, denn er hat am Anfang nichts gesagt und dann machst du halt, was du als richtig erachtest. Er war dann extrem stolz, obwohl er mir das nie persönlich gesagt hat. Als ich gegangen bin, hat er mir zehn Franke gegeben, das war für ihn extrem viel Geld und gesagt, dann kannst du einen Kaffee trinken. Meine Mutter war da viel offener».

Ein Kantonsrat, der Kinderbücher schreibt
Mit «21 Grad Nord» hat Stephan Schärli bereits sein viertes Kinderbuch herausgebracht. Zum Schreiben benötigte er nur gerade einen Tag. «Ich hatte mal eine Radiosendung, als ich noch sehr jung war. Dort musste ich eine Weihnachtsgeschichte auf Luzerner Dialekt machen und das jemand gehört. Diese Person hat mich ermuntert, ein Kinderbuch zu verfassen. Und das war das erste Kinderbuch namens «Der Engel vom Änziloch». Das Änziloch ist, wenn man das Napfgebiet kennt, ein ganz böser Ort, dort sind alle bösen Geister und wir haben eine gute Geschichte daraus gemacht. Mittlerweile gibt es vier Kinderbücher, die alle im alten Luzerner Deutsch geschrieben sind. Die Sprachregelungen habe ich von Josef Zihlmann, auch bekannt als Seppi von der Wiggere, damit diese Kultur nicht verloren geht. Und das neuste Buch «21 Grad Nord» fängt in Spitzbergen an, kommt in die Schweiz und endet dann in der Schweiz». Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.


