Vor 5 Tagen schrieb Radio Luzern: «Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann will noch immer Präsenzunterricht an Luzerner Schulen. Wird sich das bald rächen?» Nun ist klar: Marcel Schwerzmann hatte die Bedrohung falsch eingeschätzt. Und dass so kurz vor den Schulferien – eine Vorverlegung wäre sinnvoll gewesen.

Der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle, Prof. Alexander S. Kekulé, warnte: An weiterführenden Schulen gebe es schwerste Ausbrüche. Jugendliche Schüler seien «ganz starke Treiber der Pandemie. Das ist ohne Wenn und Aber erwiesen.» Der Luzerner Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann sah das anders: Am Präsenzunterricht an den Volksschulen wolle der Kanton so lange wie nur möglich festhalten, sagte Schwerzmann letzte Woche.

Grobe Fehleinschätzung der Luzerner Regierung

Prof. Alexander S. Kekulés Warnung wurde nicht gehört, nun der Ausbruch: Wie die Stadt Luzern in einer Mitteilung am Freitag schreibt, wurde bei vier Schülerinnen und Schülern des Luzerner Schulhauses Maihof eine hochansteckende Variante (N501Y) des Coronavirus nachgewiesen – es handelt sich dabei um die Südafrika-Mutation.

Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, werde das ganze Schulhaus inklusive Kindergarten (rund 450 Personen) unter Quarantäne gestellt. Noch am Freitagnachmittag finde deshalb eine breit angelegte Testung an der Schule statt.

Eltern und Lehrer in grosser Sorge

Das kantonale Contact-Tracing-Team sei daran, die Kontaktpersonen sowie deren engen Kontakte ausserhalb des schulischen Kontextes zu ermitteln, damit auch diese unter Quarantäne gestellt werden können. Zudem wurden weitere Schülerinnen und Schüler aus der gleichen Klasse und anderen Klassen positiv auf das Coronavirus getestet. Ob es sich auch dabei um das mutierte Virus handelt, ist momentan noch unklar.