Der bekannte Unternehmer Raphael Bachmann vom gleichnamigen Familienbetrieb Confiserie Bachmann wird sich ab dem Samstag, 24. Januar 2026 mit der Abholung am Schwanenplatz in einer völlig neuen Rolle wiederfinden. Dann wird er nämlich offiziell mit den Insignien der Macht der Rüüdig-Zunft Lozärn ausgestattet. Wie es dazu kam und was ihm das neue Amt persönlich bedeutet, verrät er exklusiv dem Morgenformat von Radio Lozärn von und mit Andy Wolf, den er auch gleichzeitig zu seinem Weibel berufen hat.
Raphael Bachmann: «Ich wurde angefragt, ob ich bereit wäre, Zunftmeister der Rüüdig-Zunft zu werden. Ich habe dann gesehen, dass es über zwanzig Personen waren, die mich evaluiert haben. Nach welchen Kriterien dies geschah, weiss ich selbstverständlich nicht. Aber ich finde, dass dies eine tolle Sache ist mit tollen Leuten, also habe ich dort sofort zugesagt». Angesprochen auf die Reaktionen antwortet Raphael Bachmann wie folgt: «Das hat mich selbst erstaunt. Gut, heute mit Social Media wird eine solche Sache rasch bekannt, aber trotzdem haben mich so viele Leute persönlich darauf angesprochen und derart positiv, dass mich das auch geflasht hat. Aber es geht schlussendlich nicht um mich, es ist schön, wenn jemand in den Fokus geht, und ich mache das sehr gerne, aber ich glaube, dass es darum geht, miteinander eine gute Zeit zu haben».
Rüüdig-Zunft blickt auf ereignisreiche Vergangenheit zurück
Die Rüüdig-Zunft Lozärn wurde ca. im 12. Jahrhundert gegründet, und zwar aus der Schwestern- und Bruderschaft der Künstlerinnen und Gastgeber von Luzern sowie der Kultur- & Fasnachtsgruppe Aprés Soleil Lozärn, die für ihre Aussenseiterrolle bekannt war und so das pure Gegenteil zu den traditionsbewussten und sogenannt guten Bürgern der Stadt Luzern einnahm. Bei der Gründung der Schweiz im Jahr 1291 wurde die Rüüdig-Zunft auf dem Rütli dem Feuer übergeben. Das gleiche Schicksal ereilte dann im Jahr 2024 auch die Kulturfasnachtsgruppe Après Soleil. Doch wie Phönix aus der Asche, erhob sich die beliebte Zunft und dies gleich mit zwei Schwergewichten der Unterhaltungsbranche. Mit der bekannten Luzerner Sängerin Vera Kaa als Zunftmeisterin und mit keiner geringeren als Monika Fasnacht an ihrer Seite erlebte die Zunft ein für viele ausgeschlossenes Comeback.

Pink is beautiful
Zufälligerweise decken sich die Farben der Rüüdig-Zunft Lozärn mit jenen der Confiserie Bachmann, nämlich das bekannte Pink. Sehr zum Gefallen von Raphael Bachmann, der mit seinem Bruder Matthias das Unternehmen in vierter Generation führt. Die Luzerner Fasnacht habe ihn schon immer fasziniert, aber: «An der Fasnacht haben wir von unserer Branche her sehr viel zu tun. Wir haben viel Arbeit, da viele Leute in der Stadt sind. Und so haben wir uns gesagt, wir lassen doch zuerst jene Fasnacht machen, die einer Guggenmusik sind, die sich während des ganzen Jahres engagieren. Als wir von der Wanderschaft zurückgekehrt sind, haben wir festgestellt, dass es Leute gab, die das schon voll zelebriert haben. Und darum haben wir gesagt, dass wir uns da zurückhalten, obwohl wir selbst sehr gerne an der Fasnacht teilnehmen, speziell am Abend».
So wünschen wir dem umtriebigen Unternehmer, dass er trotz vollen Auftragsbüchern noch genügend Zeit findet, eine rüüdig-verreckte Fasnacht als gefeierter Zunftmeister zu erleben.

