Unser Alltag ist oft dicht getaktet. Termine, Verpflichtungen, Erwartungen. Vieles davon ist wichtig, manches notwendig. Und doch bleibt dabei häufig genau das auf der Strecke, was uns wirklich guttut. Dabei ist die Antwort auf die Frage, was uns stärkt, oft erstaunlich einfach. Unser Körper und unsere Empfindungen wissen es längst.
Deine Empfindungen sind dein Kompass
Anhand deiner Empfindungen kannst du sehr gut wahrnehmen, was dir guttut. Womit fühlst du dich ruhig, zufrieden oder lebendig? Wann fühlst du dich genährt statt ausgelaugt?
Diese Signale sind kein Zufall. Sie sind Hinweise. Hinweise darauf, was dir Energie gibt und dich in Balance hält. Doch genau diese feinen Wahrnehmungen übergehen wir oft. Nicht, weil sie unwichtig wären, sondern weil unser Alltag laut ist und wenig Raum lässt, hinzuhören.
Gutes entsteht nicht zufällig, sondern bewusst
Viele Menschen warten darauf, dass Zeit für die Dinge bleibt, die ihnen guttun. Doch diese Zeit bleibt selten einfach übrig. Wenn dir zum Beispiel die wöchentliche Tennisstunde guttut, dann reicht es oft nicht, sie «sie spontan einzuplanen, wenn es passt». Genau dann kommt meist etwas dazwischen. Erst wenn dieser Termin bewusst und verbindlich in der Agenda steht, wird er zu einem festen Bestandteil des Alltags. Das gilt nicht nur für Sport, sondern für alles, was dir Freude, Entspannung oder Lebendigkeit schenkt. Was dir guttut, darf nicht ans Ende der Liste rutschen.

Entspannung wirkt ganzheitlich
Wenn wir Dinge tun, die uns guttun, entspannt sich nicht nur unser Kopf. Auch der Körper tankt neue Energie. Und genau diese Energie brauchen wir, um in hektischen Momenten bei uns zu bleiben, statt uns sofort mitreissen zu lassen. Denn die Herausforderungen verschwinden nicht, aber wir begegnen ihnen anders, wenn wir innerlich ausgeglichener sind.

Selbstfürsorge ist kein Luxus
Die Dinge, die dir guttun, sind kein Zusatzprogramm für ruhige Zeiten. Sie sind eine Voraussetzung dafür, dass dulangfristig gesund, präsent und belastbar bleibst.
Darum mein Impuls an dich:
- Schiebe diese Dinge nicht hinaus. Plane sie ein.
- Sie haben genauso ihren Platz in deiner Agenda wie Meetings, Termine oder Verpflichtungen. Vielleicht sogar einen wichtigeren.
- Denn das Leben heisst Leben, weil wir leben sollen, nicht nur funktionieren.
- Zum Leben gehören Genuss, Freude und Musse. Wenn davon genug Platz im Alltag ist, verändern sich oft auch die Dinge, die weniger Spass machen. Sie werden leichter, erträglicher, manchmal sogar überraschend okay.
- Balance entsteht nicht durch Verzicht, sondern durch Ausgleich.
Kleine Übung: Tue dir heute etwas Gutes
Nimm dir ein paar Minuten Zeit und beantworte diese Fragen ehrlich:
- Wobei fühle ich mich ruhig, zufrieden oder lebendig?
- Welche dieser Aktivitäten ist in letzter Zeit zu kurz gekommen?
- Was davon kann ich diese Woche ganz konkret einplanen? (realistisch, klein, machbar)
Trage diesen Termin bewusst in deine Agenda ein und behandle ihn so verbindlich wie jeden anderen Termin. Nicht irgendwann. Nicht, wenn noch Zeit übrig ist. Sondern ganz bewusst.
Denn wenn du mehr von dem tust, was dir guttut, bleibt dein Leben nicht stehen. Es wird stimmiger.
Achte auf dich.

Über den Autor:
Pirmin Loetscher ist Achtsamkeitstrainer, Coach für Mentales und Autogenes Training, Dozent, und Bestsellerautor. Er fördert in seiner Arbeit die Menschen im Privaten, wie auch in Unternehmen, in ihrer Eigenverantwortung im Bezug auf ihr persönliches Stressmanagement und einem achtsamen Umgang mit ihren eigenen Ressourcen.


