Einer der bekanntesten und besten Handballer, die unser Land je hervorgebracht hat, gab bei Andy Wolfs’ Morgenshow auf Radio Lozärn ein Stelldichein. Nach einer grossen und einmaligen Karriere mit Stationen in Luzern, Zürich, Dänemark und Deutschland in der besten Handballliga der Welt kehrte er zu seinem Stammverein zurück, um anschliessend die Geschicke der Schweizer Handballnationalmannschaft zu übernehmen.
Und es hätte ganz anders kommen könnte, wie Andy Schmid verriet: «Ich habe früher beim SC OG mal angefangen, Fussball zu spielen. Als sechsjähriger Bub bin ich mitgegangen und dann bin ich erstmals an einem Turnier dabei gewesen, dann haben sie mich ins Tor gestellt, da war ich Goalie. Da es stark regnete, habe ich dann meiner Mutter gesagt, dass ist nichts für mich». Als Fan von Michael Jordan wagte Andy Schmid auch einen Ausflug in den Basketballsport. «Ich habe natürlich die grossen Zeiten der Chicago Bulls miterlebt, früher bin ich in der Nacht aufgestanden, um im Fernsehen die NBA-Finals schauen zu können. Basketball ist eigentlich nie ein Thema für das selbst spielen im Verein gewesen, im Sommer, in der Sommerpause habe ich in der Kanti Alpenquai sehr viel Basketball gespielt mit vielen Basketballern, die im Verein waren. Die haben dann gesagt, schau, der Handballer kommt wieder. Es war eine mega-coole Zeit».
Zum Glück kam es anders
Auf die Frage von Andy Wolf, wann er dann endgültig den Schalter Richtung Handball umgelegt habe, antwortet Andy Schmid: «Das ist eine gute Frage und diese Frage wurde mir auch schon oft gestellt. Ich kann es eigentlich gar nicht so richtig sagen. Als kleiner Bub sagst du zu dir selbst, ich möchte dies und das erreichen. Aber ich wollte auch einmal Feuerwehrmann werden, man sagt gerne mal etwas als Bub. Ich habe schon als 17-, 18-Jähriger gespürt, dass es wirklich weit gehen kann, weil ich gespürt habe, dass ich Sachen kann, die andere nicht können. Dass ich in gewissen Bereichen dieses Sports besser bin. Darum habe ich in diesem Alter schon gemerkt, dass es weit gehen, aber wie weit, war mir nicht bewusst. Mein Vorteil als Junior war vielleicht, dass ich körperlich nicht mithalten konnte. Ich war sehr klein und sehr dünn. Darum konnte ich mit dem Körper nicht viel erreichen. Ich musste es über die spielerische Art lösen. Das war ein entscheidender Faktor, in dem ich dort körperlich an Grenzen gestossen bin, aber ich habe dann spielerisch Lösungen gefunden». Die Bedenken wegen der Grösse waren im Nachhinein unbegründet. Mit rund 1,90 Meter verfügt Andy Schmid heute über ein Gardemass für den Handballsport.
Wechsel ins Ausland lief nicht ohne Tränen ab
Nach einem Abstecher nach Zürich zu Amicitia wagte Andy Schmid im Jahr 2009 den grossen Sprung in eine grössere Liga, nämlich jenen nach Dänemark zu Bjerringbro-Silkeborg. «Ich pflege ein sehr enges Verhältnis zu meiner Familie. Am Anfang gab es schon Diskussionen und es hat auch Tränen gegeben. Alle haben zuerst einmal leer geschluckt, als sie realisierten, dass ich ins Ausland gehe und sie nicht mehr an jedem Match mit dabei können. Aber handballerisch wie auch menschlich war dieser Schritt der Dosenöffner für die ganze Karriere». Am 1. Juli 2010 startete dann das Abenteuer Bundesliga im Team der Rhein Neckar Löwen, wo er über Jahre eine prägende Rolle spielte. Seit Februar 2024 gibt er als Schweizer Handball-Nationaltrainer sein grosses Wissen an die jungen Wilden weiter. Und dies mit beachtlichem Erfolg.

