Das Bundesamt für Gesundheit rät: Wenn Sie Symptome einer Atemwegsinfektion (Fieber, Husten, Atemnot) entwickeln, bleiben Sie zu Hause, begeben Sie sich nicht mehr in die Öffentlichkeit und kontaktieren Sie umgehend, zuerst telefonisch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung. Solange Sie keine Symptome aufweisen, ist ein diagnostischer Test nicht notwendig.

In der weitgehend abgeriegelten chinesischen Millionenstadt Wuhan steht das öffentliche Leben still. Bild: Pixabay.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Donnerstag, 30. Januar 2020, im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus den «Public Health Emergency of International Concern» ausgerufen (Gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite). Dieser Schritt soll die internationale Koordination stärken, den transparenten Austausch von Informationen sicherstellen und zusätzliche Mittel zur Vorbereitung und Bekämpfung generieren. Dadurch soll gemäss WHO die Übertragung verlangsamt und die Auswirkungen der 2019-nCoV-Epidemie abgeschwächt werden.

Gemäss Behördenangaben sind inzwischen über 14 000 Erkrankungsfälle mittels eines Labornachweises bestätigt. Über 300 Patientinnen und Patienten sind bisher verstorben. Es besteht eine hohe Dunkelziffer: Da nicht alle Erkrankten getestet wurden, liegt die reale Anzahl der milden Fälle, der schweren Fälle und der Todesfälle vermutlich höher. Ursprung des Ausbruchs war wahrscheinlich ein Markt der zentralchinesischen Stadt Wuhan, auf dem nebst Fisch auch Fledermäuse und weitere Wildtiere gehandelt wurden.

In weiteren Ländern Fälle bestätigt

In der Provinz Hubei sind nebst der Stadt Wuhan 16 weitere Grossstädte seit dem 23. Januar 2020 grossräumig abgeriegelt. Strassen- Zug- und Flugverbindungen sind unterbrochen. Im öffentlichen Raum ist das Tragen von Masken Pflicht. Reisen aus bzw. in diese Regionen sind zurzeit – wenn überhaupt – nur mit einer Sondergenehmigung möglich. Es ist noch unklar, wie lange diese Einschränkungen und Vorschriften gelten. Ausserhalb Chinas wurden in weiteren Ländern Fälle bestätigt. In Europa liegen Meldungen aus Frankreich, Deutschland, Italien, Vereinigtes Königreich, Finnland, Schweden, Spanien und Russland vor. Bislang wurde in keiner der untersuchten Proben das neue Coronavirus nachgewiesen. Es ist aber möglich, dass auch in der Schweiz Fälle auftreten.

Empfehlungen für Reisende

Die WHO hat bis anhin keine Reisebeschränkungen ausgesprochen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät von Reisen in die Provinz Hubei ab. Die Stadt Wuhan sowie 16 weitere Grossstädte der Provinz Hubei sind seit dem 23.01.2020 grossräumig abgeriegelt. Strassen- Zug- und Flugverbindungen sind unterbrochen und im öffentlichen Raum ist das Tragen von Masken Pflicht. Reisen aus bzw. in diese Regionen sind zurzeit – wenn überhaupt – nur mit einer Sondergenehmigung möglich. Es ist noch unklar, wie lange diese Einschränkungen und Vorschriften gelten.

Für Reisen in die übrigen Regionen Chinas empfiehlt das BAG:

  • Gute persönliche Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen
  • In ein Taschentuch, oder wenn keines vorhanden ist, in die Armbeuge niesen oder husten
  • Möglichst kein Kontakt mit Personen mit Atembeschwerden
  • Möglichst grössere Menschenansammlungen meiden
  • Beachten der lokalen Weisungen und Empfehlungen
  • Rückreisende aus China, die innerhalb von 14 Tagen nach Rückkehr Atembeschwerden oder Fieber entwickeln, sollen – nach vorgängiger telefonischer Kontaktaufnahme – eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, bereits beim Anruf den Arzt oder die Ärztin über die kürzlich erfolgte Chinareise zu informieren.

Flughäfen in Singapur, Hongkong, Thailand, Taiwan und anderen Städten im asiatischen Raum haben Screening-Massnahmen für Passagiere aus China eingeführt. Mit verstärkten Überwachungsmassnahmen kann auch an anderen internationalen Flughäfen gerechnet werden (Europa, Nordamerika, Australien).

Welche Symptome verursacht 2019-nCoV?

Zu Beginn (d.h. nach der Inkubationszeit) tritt oft ähnlich wie bei einer Grippe ein unspezifisches Unwohlsein, Müdigkeit und Fieber auf. Es folgen meist Atemwegssymptome, typisch ist ein trockener Husten. Weniger häufige Symptome sind: Kopfschmerzen, selten Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Nur sehr selten wurden Schnupfen und Halsschmerzen beobachtet (dies spricht eher für eine «gewöhnliche Erkältung»).

In vielen milderen Fällen bleiben die erwähnten Symptome über einige Tage bestehen, bevor man wieder gesund wird. Im Fall eines schweren Erkrankungsverlaufs kann es nach rund einer Woche zu Kurzatmigkeit sowie im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung (= Pneumonie) mit Atemnot und Befall weiterer Organsysteme kommen.

Häufiger von einem schweren Erkrankungsverlauf betroffen sind vorwiegend ältere Menschen und Menschen mit einer chronischen Vorerkrankung (insbesondere Bluthochdruck, Herz- und Lungenerkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen). Einzelne schwere Fälle betrafen auch jüngere, zuvor gesunde Personen.

Es ist zurzeit noch unklar, wie häufig solche schweren Verlaufsformen bei einer 2019-nCoV-Infektion auftreten, die Mehrzahl zeigt jedoch einen milden Verlauf. Mindestens 10 Prozent der Erkrankten haben kein Fieber, und bei einigen tritt kein Husten auf. Auch wurde eine 2019-nCoV Infektion bei mehreren Personen nachgewiesen, die gar keine Symptome zeigten.

Der Verlauf der aktuellen 2019-nCoV-Epidemie in den nächsten Tagen und Wochen wird hierzu mehr Klarheit schaffen.