Am Donnerstag 11. Februar 2021, also schon in 211 Tagen, startet in Luzern mit dem Urknall am Schmutzigen Donnerstag die Fasnacht. Doch ist diese enorme Menschenansammlung in Zeiten von Corona überhaupt möglich? Radio Lozärn mit 4 Szenarien!

Der Luzerner Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartementes, entscheidet ob es 2021 in Luzern eine Fasnacht gibt. Keine leichte Aufgabe für Graf, der selber ein Fasnächtler ist.

Szenario 1: Absage

Die Fasnacht 2021 wir komplett abgesagt. Denn schon jetzt wird von Experten erwartet, dass die Corona-Fallzahlen im Winter stark steigen werden und das Virus in der Luft und auf Gegenständen länger überlebt als im Sommer. Die Luzerner Fasnacht ist der grösste jährlich stattfindende Anlass der Stadt Luzern – das Risiko einer Massen-Ansteckung ist zu hoch: Vom Schmutzigen Donnerstag bis am frühen Aschermittwoch sind jeweils bis zu 150 000 Fasnächtlerinnen und Fasnächtler unterwegs. Bei den grossen Umzügen, also dem Fritschi-Umzug, dem Wey-Umzug und dem «Chendermonster» und dem Monstercorso am Güdisdienstag waren dieses Jahr insgesamt 95 000 Zuschauer vor Ort. Das Risiko wäre enorm und zum heutigen Zeitpunkt undenkbar!

Szenario 2: Maskenpflicht

Noch mehr Masken! Die Luzerner Fasnacht findet statt, doch nur unter einer strengen Maskenpflicht und Abstandsregeln. Doch wie soll das in den Beizen und an den Umzügen überhaupt möglich sein – und wie gut schützen die Mini-Masken in der dichten Menschenansammlung wirklich? Da gibt es viele offene Fragen zu klären, das Lozärner Fasnachtskomitee LFK und sein Präsident Daniel Abächerli sind schon jetzt stark gefordert, denn viele Fasnächtler fangen bald mit der Kreation ihrer Sujets an. Aber schlussendlich entscheidet nicht das LFK, sondern der Luzerner Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartementes. Keine leichte Aufgabe für Graf, der selber ein Fasnächtler ist. Gut möglich auch, dass sogar der Bundesrat ein nationales Fasnachts-Verbot ausspricht.

Szenario 3: Impfung

Es wird gefeiert wie nie zuvor, denn schon im Dezember wird ein Impfstoff erwartet und der Corona-Spuck ist dann endlich vorbei. Ach wie wäre das schön, einfach rüüüdig! Doch die Realität ist anders: Der Epidemiologe Arnaud Fontanet geht nicht davon aus, dass bis ins kommende Jahr ein Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus vorliegt. Die Entwicklung eines Impfstoffes dauere in der Regel mehrere Jahre, sagte der Franzose Fontanet am Sonntag im Sender BFMTV. Der Berater der französischen Regierung in der Corona-Krise rief die Menschen dazu auf, Abstandsregeln aufgrund der Pandemie ernst zu nehmen. Zwar gebe es «beispiellose Bemühungen zur Entwicklung eines Impfstoffs» gegen das Coronavirus, sagte Fontanet. «Ich wäre aber sehr überrascht, wenn wir 2021 einen effektiven (Impfstoff) hätten.» Die Corona-Krise sei noch lange nicht vorbei, betonte der Epidemiologe. «Wir müssen mit dem Virus leben.»

Szenario 4: Sommer-Fasnacht

Das ist eher eine Bier-Idee, denn leider ist das Virus auch im Sommer aktiv. Fazit: Coronavirus und Fasnacht ist leider keine einfache Kombination und somit schwinden auch die Chancen, dass 2021 die Luzerner Fasnacht wie gewohnt stattfindet.