Aufgrund der aktuellen Lageentwicklung wechselt das Luzerner Kantonsspital (LUKS) ab sofort, vom Regel- in den Notfallbetrieb: Um mehr personelle und infrastrukturelle Ressourcen für Corona-Fälle zur Verfügung zu haben, werden alle nicht dringlichen Eingriffe bis auf Weiteres gestoppt, Operationssäle reduziert und Intensivplätze sukzessive erhöht.

Um die nötige Ressourcengewinnung im Ärzte- und Pflegebereich zu erreichen, werden grundsätzlich keine nicht dringlichen Eingriffe durchgeführt. Bild: LUKS.

Der Krisenstab (Dispositiv besondere Lagen) des LUKS geht davon aus, dass die am Coronavirus erkrankten Fälle, welche hospitalisiert werden müssen, in den nächsten Wochen weiter stark ansteigen werden. Die möglichst gute Bewältigung dieser Pandemie verlangt von den Spitälern einen sehr gezielten Umgang mit den personellen sowie infrastrukturellen Ressourcen über eine lange Zeit.

Ressourcen im Ärzte- und Pflegebereich schaffen

Damit die Kapazitäten für Pandemiefälle umgenutzt werden können, hat der im Rahmen des Krisenstabs eingesetzte Sonderstab Pandemie beschlossen, dass das LUKS an allen Standorten, auf noch unbestimmte Zeit vom Regel- in den Notfallbetrieb wechselt. Diese Massnahme ist unter anderem verbunden mit einer Reduktion von Operationssälen und Ambulatorien sowie einer sukzessiven Erhöhung der Intensivplätze.

Um die nötige Ressourcengewinnung im Ärzte- und Pflegebereich zu erreichen, werden grundsätzlich keine nicht dringlichen Eingriffe durchgeführt. Ausnahmen sind somit Notfälle und dringliche Operationen, welche nach medizinischen Kriterien individuell zu bestimmen sind. Die medizinische Notfallversorgung der Bevölkerung ist damit weiterhin sichergestellt. Die betroffenen Patientinnen und Patienten werden einzeln informiert und je nach Kapazität aufgeboten.

Luzerner gehen noch immer hohes Risiko ein

«Bleiben Sie zu Hause und schützen Sie somit sich und andere», diese Botschaft richtet das Bundesamt für Gesundheit in einer neuen Kampagne an die Bevölkerung. Doch in Luzern nehmen das nicht alle ernst. Noch immer sind die Spielplätze voll und die Menschen flanieren dicht gedrängt am See. Viele glauben es treffe nur Alte und Kranke, nein: «Wir haben einzelne junge Patienten im Alter von 30 bis 35 Jahren mit schweren Verläufen. Ein rund 30-jähriger Patient hatte keine Vorerkrankungen, ein anderer leichtes Asthma, jetzt werden beide künstlich beatmet auf der Intensivstation. Ihr Zustand ist stabil, aber nicht gut. Das ist auch eine Botschaft: Das Coronavirus kann ab und zu auch junge, gesunde Menschen treffen, wenn sie Pech haben», sagt Prof. Dr. med. Philip Tarr gegenüber 20 Minuten. Er ist Co-Chefarzt am Kantonsspital Baselland.