Keine Chinesen und kaum Japaner derzeit auf dem Schwanenplatz und in der Stadt Luzern. Doch Recherchen von Radio Lozärn zeigen: Jetzt sind vor allem die Südkoreaner in der Leuchtenstadt. Das macht vielen Mitarbeitern von Uhrengeschäften und Souvenir-Läden Angst. Denn die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen in Südkorea steigt unvermindert an – in keinem anderen Land ausserhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 Ende Dezember zuerst ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet.

In keinem anderen Land ausserhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 Ende Dezember zuerst ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet. Bild: Pixabay.

Schon 3 Coronavirus-Fälle in Luzern. Die Sorge wächst. «In den letzten Tagen und auch in den kommenden Tagen hat es in Luzern sehr viele Touristen aus Südkorea», sagt eine Mitarbeiterin eines bekannten Souvenir-Geschäft zu Radio Lozärn. Sie möchte nicht mit Namen genannt werden. «Ich weiss von einer Reisegruppe mit mehr als 500 Personen.» Auch in anderen Luzerner Geschäften, vorwiegend Schmuck- und Uhrenläden, bestätigt man die hohe Frequenz von Südkoreanern.

Die Verunsicherung ist gross

Kein Wunder, sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sorge: Die Gesundheitsbehörden in Südkorea haben mehr als 480 neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. Die Gesamtzahl der Menschen im Land, die bisher positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, sei am Freitag auf 6767 gestiegen, teilten die Zentren für Gesundheitskontrolle und Prävention am Samstag mit. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit dem Virus gebracht werden, kletterte um zwei auf 44.

Die Mehrzahl der neuen Fälle wurde erneut in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region erfasst. In Daegu wurde nach Berichten der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap ein ganzer Wohnblock, in dem mehr als 140 Menschen leben, unter Gruppenisolation gestellt. In keinem anderen Land ausserhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 Ende Dezember zuerst ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet. Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen.

Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) gelten derzeit folgende Länder als Risikogebiete:

  • China, einschliesslich Hongkong
  • Iran
  • in Italien die Regionen Emilia-Romagna, Lombardei, Piemont und Veneto
  • Japan
  • Südkorea
  • Singapur

Keine Reisebeschränkungen

Die japanische Regierung schränkt die Einreise von Touristen aus China und Südkorea weiter ein, um der Ausbreitung des Coronavirus in Japan entgegenzuwirken. Dafür fordert Japan China und Südkorea auf, ihren Einwohnern die Reise zum Nachbarn zu verbieten. Außerdem erklärte die japanische Regierung bereits ausgestellte Touristenvisa für ungültig.

In der Schweiz ist das nicht der Fall, für die Einreise von Touristen aus China und Südkorea gelten weiterhin keine Auflagen.