Titel der Kolumne: Der Achtsamkeitstipp für weniger Stress im Alltag
In einer Welt, in der Digitalisierung uns ständig erreichbar macht und neue Ablenkungen schafft, scheint die Angst vor dem Alleinsein allgegenwärtig. Doch für ein ausgeblichenes Leben ist es entscheidend, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, mit dem eigenen Selbst im Einklang zu sein.
Natürlich bewundere ich den technologischen Fortschritt und das, was wir durch das Internet geschaffen haben – eine fast grenzenlose Welt voller Möglichkeiten, die unser Leben bereichert und uns oft Orientierung in der Realität gibt. Doch bei all den Vorteilen sollten wir die Kehrseite nicht vergessen. Wer tausend Freunde auf Social Media hat, fühlt sich oft dennoch einsam. Wer unaufhörlich online kommuniziert, verliert leicht den Kontakt zu sich selbst. Und während das Internet ungeahnte Möglichkeiten zur Selbstdarstellung bietet, fördert es auch ständigen Vergleich.
Der technische Fortschritt und die zahlreichen neuen Möglichkeiten, die er mit sich bringt, werden weithin geschätzt und eröffnen wertvolle Chancen. Doch zugleich drängt sich die Frage auf: Haben wir als Menschen ähnlich grosse Fortschritte gemacht? Oder sind wir Sklaven unserer Erfindungen geworden – gefangen in digitaler Präsenz und virtuellen Verbindungen? Bereichern uns die vielen Kontakte weltweit oder treiben sie uns in eine neue Art von Zeitnot? Sind wir Opfer des eigenen Fortschritts? Persönlich sehe ich das optimistisch: Wir Menschen haben schon immer neue Hilfsmittel geschaffen, ihre Grenzen ausgelotet und nach und nach gelernt, sie gesund zu nutzen. Damals war es der Fernseher, der unsere Jugend gefährdete und heute werden Smartphones als Bedrohung dargestellt.
Es geht nicht darum, den Fortschritt zu bekämpfen, sondern darum, in uns selbst Stärke zu finden. Wir müssen lernen, wieder bei uns selbst anzukommen, in uns hineinzuhören und es auszuhalten, mit uns allein zu sein. Wenn wir ständig ausserhalb von uns selbst Verbindungen suchen, bleibt die wichtigste Verbindung – die zu uns selbst – auf der Strecke.
Achte auf dich.

Über den Autor:
Pirmin Loetscher ist Achtsamkeitstrainer, Coach für Mentales und Autogenes Training, Dozent, und Bestsellerautor. Er fördert in seiner Arbeit die Menschen im Privaten, wie auch in Unternehmen, in ihrer Eigenverantwortung im Bezug auf ihr persönliches Stressmanagement und einem achtsamen Umgang mit ihren eigenen Ressourcen.

