Luzern feiert dieses Jahr die Person und das Werk von Carl Spitteler, der vor 100 Jahren den Nobelpreis für Literatur erhielt. Sein Leben ist nun erstmals in einem Dokumentarfilm zu sehen – eigens gestaltet für das Jubiläumsjahr 2019 und mitfinanziert vom Kanton Luzern.

Carl Spitteler lebte 32 Jahre lang in Luzern bis zu seinem Tod 1924. In der Stadt am Vierwaldstättersee entstanden einige seiner wichtigsten Werke. Spitteler war zudem ein leidenschaftlicher Kinogänger. Er war oft Gast in den Luzerner Kinos und schwärmte für die eine oder andere Stummfilmdiva. Zu Spitteler jedoch, dem Literaturnobelpreisträger, gab es bis jetzt keinen Film. Im Auftrag der Carl Spitteler-Stiftung hat der Luzerner Filmemacher Jörg Huwyler einen Dokumentarfilm zu Carl Spitteler gestaltet, rechtzeitig zum Jubiläum «Carl Spitteler – 100 Jahre Literaturnobelpreis 1919 – 2019».

Carl Spitteler redet der Schweiz ins Gewissen. Foto: Screenshot SRF.

Am Spitteler-Kino-Abend wird der Film erstmals aufgeführt. Er ist anschliessend als Download auf der Website www.carlspitteler.ch frei zugänglich und kann etwa für den Einsatz an Schulen dienen. Die Filmvorführung «Carl Spitteler und der Film» findet am Donnerstag, 27. Juni 2019, um 18.30 Uhr statt. Dies im Stattkino Luzern beim Löwenplatz 11. Der Eintritt kostet 13 Franken. Reservation unter der Nummer 041 410 30 60 wird empfohlen.

Carl Spitteler auf einer undatierten Kutschenausfahrt mit einer unbekannten Schönheit. Bild: Schweizerisches Literaturarchiv Bern.

Die Familie zog 1892 nach Luzern

Carl Spitteler wurde 1845 in Liestal im Kanton Basel-Landschaft geboren. Nach Abschluss des Theologiestudiums ging er nach St. Petersburg, wo er acht Jahre lang als Hauslehrer arbeitete. In die Schweiz zurückgekehrt, veröffentlichte er 1880 sein erstes literarisches Werk, das Epos «Prometheus und Epimetheus». Er unterrichtete an höheren Schulen in Bern, Zürich und La Neuveville und schrieb zahlreiche Feuilletonbeiträge für Zeitungen im In- und Ausland. 1883 heiratete er Maria op den Hooff, mit der er zwei Töchter hatte. Die Familie zog 1892 nach Luzern, wo Spitteler als freier Schriftsteller tätig war. Seine Rede «Unser Schweizer Standpunkt» trug ihm national und international Lob wie auch Kritik ein. 1920 erhielt er, rückwirkend auf das Jahr 1919, den Nobelpreis für Literatur. Spitteler starb 1924 in Luzern.