Es ist die eine Frage, die das Land beschäftigt: Wie können wir verhindern, auf unabsehbare Zeit im Lockdown zu verharren? Nicht nur die Ladenbesitzer und Gastronomen in Luzern werden ungeduldig: Es braucht jetzt dringend eine Perspektive, ein Strohhalm der Hoffnung. Die vom Volk gewählten Politiker müssen nun endlich einen vernünftigen Ausweg aufzeigen.

Lockdown als Job-Killer

Bei Schweizer Wirtschaftsvertretern schrillen die Alarmglocken. Während der zweiten Coronawelle steigt die Zahl der Stellensuchenden steil an. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich die Anzahl Arbeitsloser im Dezember um 46’268 auf 163’545 Personen erhöht (von 3,3 auf 3,5 Prozent). Die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) spüren diesen Zuwachs als Erste. Der Ansturm von immer mehr Arbeitslosen sorgt für lange und stressige Arbeitstage.

Politiker ohne Plan

Bereits im vergangenen Frühling drohte das Schweizer Gesundheitssystem in einer ersten Pandemiewelle überlastet zu werden. Auch damals fuhr man das gesellschaftliche Leben herunter – mit Erfolg. Das Infektionsgeschehen flaute ab, die Ausbreitung des Virus Sars-Cov-2 schien unter Kontrolle. Doch bereits im Spätsommer kehrte die Pandemie mit voller Wucht zurück.

Wieder wurde das alltägliche Leben eingeschränkt, erst zögerlich, dann drastisch, bis sich jetzt endlich Erfolge zeigten. Die Sorge der Politiker ist gross, dass sich die Entwicklungen wiederholen könnten: Lockdown-Lockerungen führen zu mehr Ansteckungen, die wieder neue Einschränkungen nötig machen, heisst es. Nun warnen alle vor Mutationen und legitimieren so einen längeren Lockdown.

Jojo-Lockdown: Ineffiziente Strategie

«Für viele ist der Gedanke bedrückend, dass dieser Jojo-Lockdown noch bis Jahresende weitergehen könnte», sagt Michael Hallek in der Tagesschau. Er ist Direktor der Klinik für Innere Medizin an der Uniklinik Köln und betreut seit Monaten Covid-19-Patienten. Mediziner wie Hallek überlegen, wie ein Weg aus dem Lockdown-Teufelskreis aussehen könnte. Für sie ist klar: Die bisherige Strategie im Umgang mit dem Virus ist ineffizient. Es brauche neue Konzepte und Ansätze wie zum Beispiel Massentests oder regionale Lockdowns.

Wutpegel der Menschen steigt

Mit ihrem emotionalen Appell hat TV-Moderatorin Marlene Lufen einen Nerv getroffen. In einem Video auf Instagram äussert sie sich zur Coronakrise und zum Lockdown, spricht über die psychischen Folgen, den Anstieg häuslicher Gewalt – vor allem gegen Kinder – und nennt erschreckende Zahlen. Sie habe das Gefühl, dass wir in einigen Jahren mit Reue auf diese Zeit zurückschauen könnten, «und dass wir denken, wir haben es falsch gemacht, dass dieser Lockdown das Falscheste ist, was wir hätten machen können.»

Urteilen Sie selbst: Hier das Video von TV-Moderatorin Marlene Lufen.