Der Grossteil der Luzernerinnen und Luzerner beurteilen ihren Gesundheitszustand als «gut» oder «sehr gut». Die Luzerner Bevölkerung bewegt sich im nationalen Vergleich überdurchschnittlich oft und hat eine tiefe Rate an Hospitalisierungen. Zugleich steigt die Zahl der Übergewichtigen, und jede zehnte Person berichtet von psychischen Belastungen. Dies zeigen die Ergebnisse der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017.

Das Bundesamt für Statistik führt alle fünf Jahre eine repräsentative Gesundheitsbefragung durch. Diese gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand der Bevölkerung, die gesundheitsrelevanten Einstellungen und Verhaltensweisen, die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen und die Versorgungsstruktur. Die vom Schweizerischen Gesundheitsobservatorium OBSAN ausgewerteten Ergebnisse für den Kanton Luzern der im Jahr 2017 durchgeführten Befragung liegen nun vor.

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80 Prozent ist körperlich aktiv

87 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner gaben in der Umfrage an, sich «gut» oder «sehr gut» zu fühlen. Dennoch ist jede dritte Person von einem lang andauernden Gesundheitsproblem betroffen und fast ein Fünftel der Befragten leidet unter körperlichen Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Schwächegefühlen. 80 Prozent der Luzerner Bevölkerung ist körperlich aktiv. Dieser Anteil liegt deutlich über dem schweizerischen Durchschnitt und ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.

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Körpergewicht: Positive Entwicklung bei den Frauen, Negativtrend bei den Männern

Der Anteil übergewichtiger und adipöser Personen im Kanton Luzern liegt bei 44 Prozent und zeigt im langjährigen Vergleich bei den Männern eine steigende Tendenz. Bei den Frauen ist die Zahl rückläufig. Nur jede fünfte Person im Kanton Luzern folgt der Ernährungsempfehlung «5 am Tag», also fünf Portionen Früchte und Gemüse täglich zu essen. Verschiedene Projekte der Fachstelle Gesundheitsförderung sensibilisieren in den Bereichen Ernährung und Bewegung: Mit der Förderung eines «bewegungsfreundlichen Umfelds» soll in den Gemeinden die Bewegung im Alltag gefördert werden. Weitere Angebote wie «Purzelbaum» und «Znüni-Määrt» fördern das Ernährungs- und Bewegungsbewusstsein der Kinder und schaffen so die Basis für einen ausgewogenen Lebensstil im Erwachsenenalter.

Niedrige Anzahl Spitalbesuche

Der Kanton Luzern weist schweizweit die drittniedrigste Rate an Hospitalisierungen in Akutspitälern auf. Die Luzerner Bevölkerung konsultiert im schweizerischen Vergleich auch deutlich weniger oft Spezialärzte. Die Pro-Kopf-Kosten für die obligatorische Krankenpflegeversicherung liegen im Kanton Luzern mit 13 Prozent unter dem schweizerischen Durchschnitt. Mit dem Grundsatz «ambulant vor stationär» ist die Zahl der stationären Spitalbehandlungen weiter rückläufig. Dies wirkt sich auch positiv auf die Kostenentwicklung aus. Mit der Sensibilisierungskampagne «Gehen Sie nicht wegen jedem Bobo zum Arzt!» möchte das Gesundheits- und Sozialdepartement die Bevölkerung ermutigen, medizinische Leistungen massvoll und nur wenn nötig zu beanspruchen.

Alkohol- und Tabakkonsum stabil

Mit einem Anteil von 28 Prozent ist der Anteil an Raucherinnen und Rauchern im Kanton Luzern in den vergangenen Jahren konstant geblieben und liegt im schweizerischen Durchschnitt. Rund 30 Prozent der befragten Personen haben in ihrem Leben schon einmal Cannabis konsumiert – Tendenz steigend. Bezüglich Alkoholkonsum weist die Luzerner Bevölkerung ebenfalls durchschnittliche Werte auf. Der Kanton Luzern arbeitet derzeit am Aufbau eines kantonalen Suchtpräventionsprogrammes mit den Schwerpunkten Alkohol und Tabak. Erstmals wird zudem die Nutzung des Internets in der Freizeit thematisiert. Drei Prozent der befragten Personen nutzen das Internet exzessiv.