Versicherungen sind für viele ein notwendiges Übel – und oft auch teuer. Doch es gibt Modelle, die bewusst anders funktionieren. Der Verein PRO LIFE kombiniert Versicherungslösungen mit gezielter Unterstützung für Mitglieder und setzt auf ein solidarisches Prinzip. Geschäftsführer Renato Solomita erklärt, worum es geht – und was dabei oft missverstanden wird.
Herr Solomita, eine Übernahme von bis zu 90 Prozent bei Zahnarztkosten – das klingt fast zu gut. Wie funktioniert das konkret?
Das wirkt im ersten Moment tatsächlich überraschend. Konkret ist es so: Bei Zahnstellungskorrekturen übernehmen die Krankenkassen je nach Modell bereits einen grossen Teil der Kosten, und wir ergänzen diese Leistungen um weitere 15 Prozent. So kann es im Zusammenspiel zu einer hohen Gesamtdeckung kommen.
Unsere Unterstützung setzt dabei bewusst dort an, wo Familien auf einmal mit grösseren finanziellen Belastungen konfrontiert sind. Das ist typischerweise zu Beginn einer Zahnstellungskorrektur der Fall, insbesondere dann, wenn die Zahnspange angefertigt wird und Rechnungen von über 2’000.- Franken mit einem entsprechenden Selbstanteil entstehen.
PRO LIFE: Wenn eine Versicherung mehr zurückgibt, als sie kostet.
Viele Kosten fallen im Alltag an – ist das der Bereich, in dem Sie gezielt entlasten?
Absolut. Viele alltägliche Zahnbehandlungen – etwa Dentalhygiene oder Zahnfüllungen bei Karies – müssen häufig selbst bezahlt werden, da entsprechende Zusatzversicherungen teuer sind und nicht immer abgeschlossen werden. Genau hier schaffen wir gezielt eine Entlastung.
Dabei geht es uns nicht nur um einzelne Beiträge, sondern darum, unsere Mitglieder im Alltag zu begleiten und individuell zu beraten.
PRO LIFE wird oft mit einer klassischen Versicherung gleichgesetzt. Worin unterscheidet sich Ihr Ansatz?
Ein häufiges Missverständnis ist, dass wir wie eine klassische Versicherung funktionieren. Unser Ansatz ist ein anderer: PRO LIFE ist eine solidarische Gemeinschaft von Menschen, die sich gegenseitig unterstützen. Wir verstehen uns als Ergänzung zum bestehenden System – als Gemeinschaft, die dort hilft, wo Belastungen entstehen.
Warum legen Sie einen so starken Fokus auf Zahnarztkosten?
Weil genau dort oft eine Lücke im Krankenversicherungssystem besteht. Viele Menschen unterschätzen, wie hoch diese Kosten sein können – und dass sie ohne Zusatzversicherung häufig gar nicht oder nur teilweise gedeckt sind.
Für Familien kann das schnell zur Belastung werden. Aber auch für Erwachsene, etwa wenn grössere Behandlungen wie Kronen, Brücken oder Implantate anstehen. Deshalb setzen wir gezielt dort an, wo Kosten im Alltag wirklich spürbar sind. Ab 2026 gilt das verstärkt auch für Erwachsene, nicht mehr nur für Kinder und Jugendliche.
Sie sprechen von Solidarität. Wie zeigt sich diese konkret über die Leistungen hinaus?
Ein gutes Beispiel ist unsere «Herzensspende». Dabei unterstützen Mitglieder andere Mitglieder, die unverschuldet in eine schwierige Situation geraten sind.
Was bedeutet das für Mitglieder im Alltag?
Im Idealfall entsteht ein Gefühl von Sicherheit, das über klassische Versicherungsleistungen hinausgeht. Es geht nicht nur darum, Rechnungen teilweise zu übernehmen, sondern darum, Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen zu begleiten – etwa bei einer Geburt oder in schwierigen Momenten.
Für wen ist dieses Modell besonders passend?
Für Menschen, die sich mit dem Gedanken identifizieren können, dass Absicherung mehr ist als ein Vertrag. Besonders für Familien, aber auch für Einzelpersonen, die sich eine Gemeinschaft wünschen, die Verantwortung mitträgt – und denen der Schutz des Lebens wichtig ist.
Was bedeutet «Lebensschutz» für Sie persönlich – und was treibt Sie an?
Für mich bedeutet Lebensschutz vor allem, Menschen zu stärken. Besonders wichtig ist mir, dass jede Frau die Freiheit hat, sich für ihr Kind zu entscheiden – ohne Druck von aussen. Gleichzeitig geht es auch darum, älteren Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Mich bewegt die Überzeugung, dass jedes Leben einen unermesslichen Wert hat – vom ersten Moment an bis ins hohe Alter. Eine Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit ihren verletzlichsten Mitgliedern umgeht. Genau dort möchte ich einen Beitrag leisten.
Mit den Anpassungen per 1. Januar 2026 wurden die freiwilligen Ergänzungsbeiträge von PRO LIFE weiter ausgebaut: Kinder und Jugendliche bis zum 20. Altersjahr werden weiterhin umfassend unterstützt, während neu auch Erwachsene von Zuschüssen profitieren – insbesondere bei Zahnarztkosten.
PRO LIFE – Leistungen im Überblick
Ergänzungsbeiträge Zahnarzt (ab 2026):
- Kinder & Jugendliche (bis 20 Jahre):
→ 60 % Zuschuss bei konservierenden Behandlungen (z. B. Karies, Dentalhygiene)
→ ohne Betragslimite - Zahnstellungskorrekturen:
→ 15 % Zuschuss durch PRO LIFE ab CHF 2’000.–
→ in Kombination mit Krankenkasse bis zu 90 % Deckung möglich - Erwachsene (ab 21 Jahre):
→ 60 % Zuschuss bei Zahnarztkosten
→ ab CHF 2’500.–, max. CHF 5’000.– pro Behandlung
Weitere Unterstützungen:
- Beiträge bei Geburt oder Adoption
- Unterstützung für Familien (z. B. Prämienentlastung)
- Solidaritätsprojekt «Herzensspende»
Besonderheit: Freiwillige Beiträge basieren auf Solidarität – nicht auf einem Rechtsanspruch.







