Abstandsregeln und Ängste vor einer Virus-Ansteckung in Innenräumen: Die Gastronomie leidet stark unter der Coronakrise. Nun sollen die längst verbotenen Heizpilze über die kalten Jahreszeiten wie Herbst und Winter zum Einsatz kommen. Doch Linke und Grüne wollen das verhindern.

Heizpilz-Gegner: Der Stadtluzerner Umwelt- und Mobilitätsdirektor Adrian Borgula (Grüne) findet das Energieverschwendung. Bild: Ausriss Wahlplakat Grüne.

Die Lage ist dramatisch und die Luzerner Restaurants leiden seit Monaten unter starken Umsatzeinbussen: «Wenn wir nicht auch an kalten Tagen draussen Umsatz machen können, und zwar so dass unsere Gäste nicht frieren, dann überleben wir den Winter nicht», sagt ein bekannter Luzerner Gastronom der nicht mit Namen genannt werden möchte. «Die Luzerner Politiker müssen alles daran setzen, dass Outdoor-Heizmöglichkeiten wie Heizpilze eingesetzt werden dürfen – nur so können Jobs gerettet werden! Und nur so können unsere Sozialwerke entlastet werden.» Der Wirt ärgert sich enorm über die aktuelle Haltung von gewissen Politikern die «vom Staat den Lohn beziehen und selber noch nie einen Job geschaffen haben».

Nehmen Luzerner SP-Politiker und Grüne Jobverluste in Kauf?

Die Luzerner Grünen und die SP sprechen sich aktuell entschieden gegen den Einsatz von Heizpilze aus und möchten am aktuellen Verbot festhalten. Ob sie nun doch noch einen Winter lang Herz für die Luzerner Gastronomen zeigen oder lieber in Kauf nehmen, dass durch ihr Heizpilz-Verbot Jobs vernichtet werden und so die Sozialwerke noch mehr belastet sind, wird sich zeigen. Zumindest die SVP und FDP sind PRO Heizpilz und hoffen auf die Vernunft der Linken und Grünen. Ob, wann und wie viele Heizpilze in Luzern bald erlaubt werden, steht noch in den Sternen. Doch klar ist, es braucht sehr bald eine unbürokratische Regelung, denn die Sommertage sind auch in Luzern gezählt.

Christian van Singer ist der Schreck der Gastronomen

Bereits jetzt dürfen Gastronomen in Luzern Tische und Stühle auf Parkplätze und Trottoirs stellen, doch bei Kälte so zu konsumieren ist keine Option. Aber wie soll man die Gäste warm und somit bei Laune halten? Heizpilze sind verboten, Schuld daran ist mitunter der ehemalige Nationalrat (Grüne) Christian van Singer (70). Er reichte im April 2009 folgende Initiative ein: «Gestützt auf Artikel 160 Absatz 1 der Bundesverfassung und auf Artikel 107 des Parlamentsgesetzes reiche ich folgende parlamentarische Initiative ein: In die Gesetzgebung sollen Bestimmungen eingefügt werden, die die Verwendung fester oder mobiler Geräte verbieten, die mit nicht erneuerbarer Energie betrieben werden und dazu dienen, während der kalten Jahreszeit Terrassen oder andere Aussenräume von Gaststätten und ähnlichen Anlagen (Kantinen, Betriebs-Cafeterias, Clubs, Kinos, Theater usw.) zu beheizen.»

Doch die Umwelt- und Energiekommission des Nationalrats (UREK) wollte kein schweizweites Verbot von mobilen Heizkörpern zur Beheizung von Aussenräumen in Restaurants und anderen ähnlichen Einrichtungen. Trotzdem: Seither sind die CO2-Schleudern unter Dauerbeschuss und in jedem Kanton gibt es eine andere Regelung. In Luzern sind sie verboten!