Auf dieses Interview wird sich Andy Wolf in seiner Morgenshow auf Radio Lozärn im Vorfeld speziell gefreut haben. Denn mit dem bekannten Fussballer Fabian «Fäbu» Lustenberger führte der bekennende FCL-Fan in der Morgenshow «Andiamo» schon vor zwanzig Jahren ein Gespräch. Und man merkte schnell, dass sich die Beiden auch dieses Mal einiges zu erzählen hatten.
Von Andy Wolf auf die Anfänge seiner glanzvollen Karriere angesprochen, antwortet Fabian Lustenberger wie folgt: «Ich durfte mit 18 Jahren in der Challenge League bei René van Eck und Stephan Lehmann, die damals Trainer waren, ein erstes Mal dabei sein, als ich in der U21 des FCL war. Im Sommer 2006 durfte ich dann die ganze Vorbereitung mit der ersten Mannschaft mitmachen. Ich muss ehrlich sagen, ich habe mir damals keine grossen Gedanken gemacht, wie es dann irgend einmal herauskommt, ich dachte vielmehr, dass ich dann einmal zum Spielen komme und dass es dann im ersten Jahr so viele Spiele wurden, es waren an die 31, wir kamen auch in den Cupfinal gegen Basel, hätte ich nicht gedacht. Es war natürlich supercool, das mit mir auch den Weg geebnet, den Schritt nach Berlin zu machen».
Mit 19 Jahren Abflug nach Berlin gemacht
Nach nur einer Saison bei den Profis des FCL entschloss sich Fabian Lustenberger, mit der Verpflichtung beim Bundesligisten BSC Hertha Berlin einen nächsten Karriereschritt zu wagen. Seine Beweggründe damals: «Es ist schwierig zu sagen warum das so war. Ich glaube, dass ein Hauptgrund in der Verpflichtung von Lucien Favre als Trainer lag und mich nicht irgendwie ein Scout gesehen hat, der fand, dass ich das nötige Potential hätte, sondern der Trainer wollte mich und das hat mir extrem geholfen. Ich habe in meinem ersten Jahr in der Bundesliga 24 von 34 Spielen gemacht, kam dann auch in der Rückrunde viel zum Einsatz und dann hat sich das Jahr für Jahr so ergeben. Ich durfte den Vertrag drei Mal verlängern. Es war eine schöne, wunderbare Zeit in Berlin, ich durfte dort auch meine Frau kennenlernen und meine beiden Jungs sind in Berlin zur Welt gekommen. Jetzt im Nachhinein bin ich froh, dass ich mit 19 Jahren diesen Schritt gewagt habe, denn ich weiss nicht, ob sich später diese Möglichkeiten ergeben hätte. Ich habe es gewagt, im Wissen, dass ich wieder zurückkommen kann, aber natürlich auch in der Hoffnung, dass es ein wenig längerfristig ist. So ist dann auch gekommen».
Zurück in der Schweiz in Bern gelandet
Nach zwölf Jahren, in denen er zur Hertha-Legende reifte, führte ihn den Weg nicht zu seinem Herzensverein FCL, sondern zu den Young Boys Bern, zurück. «Ich kann nicht sagen, dass es nie eine Option war, zum FCL zurückzukehren, weil es natürlich immer in meinem Hinterkopf war. Ich habe auch gewusst, dass, wenn ich nach Berlin gehe, immer wieder in die Schweiz zurück kann, wohin auch immer es mich dann verschlägt. Es hat sich dann schlussendlich so ergeben. Im Oktober 2018 war Sportchef Christoph Spycher bei mir in Berlin, hat mir so seine Pläne vorgestellt und dass sie mich dann gerne auf Sommer 2019 verpflichten würden. Es war am Ende aber auch eine sportliche Entscheidung, denn YB nahm sportlich gesehen eine sehr positive Entwicklung».
Heute steht die Familie im Mittelpunkt
Als Botschafter des Kinderspitals in Bern nutzt Fabian seine Popularität, die ihm trotz Karriereende immer noch entgegengebracht wird, soziale Institutionen zu unterstützen und bekannt zu machen. So gibt er zurück, was er während seiner Karriere als privilegierter Sportler erfahren durfte. Als Defensivtrainer bei den Junioren der Young Boys liegt ihm viel daran, seine Erfahrung aus fast 30 Jahren Profifussball an die jungen Sportler weiterzugeben. Wo er sich in fünf Jahren sieht, weiss der sympathische Ex-Fussballer heute noch nicht. Man darf gespannt sein, wie sein Weg weitergeht.








