Seit dem 1. Januar 2007 nimmt der Waliser Marcel Perren die touristischen Geschicke der Stadt Luzern wahr. In den nunmehr fast zwanzig Jahren, in denen er das Amt des Tourismusdirektors ausübt, hat er die touristische Entwicklung Luzerns stark und nachhaltig geprägt. So trägt er zum Bespiel wesentlichen Anteil an der klaren und internationalen Positionierung der Region Luzern und Vierwaldstättersee.
Wie sein persönliches Fazit über diese lange Dauer ausfällt, hat er exklusiv dem Vodcast von und mit Andy Wolf auf Radio Lozärn anvertraut: «Ja, man sicher sagen, dass ich eine treue Seele bin. Die zwanzig Jahre sind wirklich wie im Flug vergangen. Am Anfang denkt man nicht, dass das es so gut passt und dass man so gut in der neuen Destination ankommt. Nach acht bis zehn Jahren denkt man schon, dass das eine gute Zeit sein könnte. Aber nun mit zwanzig Jahren ist man sicherlich auch ein wenig älter geworden. Es ist ein toller Job, wo ich mit tollen Leuten zusammenarbeiten kann».
Aus dem Wallis in den touristischen Hotspot gewechselt
Seine Waliser Wurzeln sind wahrlich nicht zu verkennen. Den Wechsel nach Luzern empfindet er als Lottosechser: «Ich war relativ jung für einen solch wichtigen Tourismusjob, der mir in Luzern angeboten wurde. Ich hatte bereits Kontakte und man fand, dass ich gut hineinpassen würde. Es war für mich ein Perfect match, wie man so schön sagt. Es hat super gepasst, die Tätigkeit ist sehr vielfältig, man hat den Geschäftstourismus und man hat eine Destination, die man selbst führen kann. Man hat die ganze Region, die man koordinieren kann und managementmässig ist das einer der spannesten Jobs im Tourismus. Ich freue mich jeden Tag, an dem ich aktiv mitgestalten darf.
Mit Leib und Seele Touristiker
Der in Zermatt, in einem kleineren Hotelbetrieb aufgewachsene Marcel Perren kam früh mit den Themen Hotellerie und Tourismus in Berührung. Und die Vielfältigkeit, den ein Job im Tourismus bietet, hat ihn nie mehr losgelassen. Auch die Begegnung mit Menschen schätzt er sehr. Das Rekordjahr 2025 interpretiert Marcel Perren wie folgt: «Unser Ziel ist es immer, einen breiten Märktemix zu haben, es gibt immer wieder Krisen und dann ist es gut, wenn man breit aufgestellt ist. Der Heimmarkt ist immer gut, aber auch Europa, USA und Asien. Man hat nach Covid gesehen, dass sich der Markt Asien viel weniger gut entwickelt hat, Die amerikanischen Gäste haben das kompensiert und hat sich zum wichtigsten Markt für Luzern entwickelt. Es ist unglaublich, wie sich der amerikanische Markt in den letzten Jahren entwickelt hat, die reisen einfach gerne und die Schweiz ist dort sehr beliebt».
Das Thema Overtourism beschäftigt ihn
Auf die DOK-Sendung, die kürzlich im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde, angesprochen, legt Marcel Perren seine Sicht der Dinge dar: «Der Titel sagt es ja bereits, überrannt oder Overtourism, man sah Bildwelten, die relativ mächtig waren, viele asiatische Gruppengäste wurden im öffentlichen Raum gezeigt, wie es teils auch vorgekommen ist. Das Thema des Films ist sicherlich aktuell. Die Leute beschäftigen sich mehr mit diesem Thema, dass an einzelnen Orten phasenweise viele Gäste unterwegs sind. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass die begleiteten Gruppenreisen in dreizehn Tagen durch Europa gibt es viel weniger, die gabs vor Covid viel mehr». Er sei aber mit seinem Team bestrebt, nach Lösungen zu suchen, damit das Gefühl der Bedrängung nicht latent sei. Man stehe dabei mit der Hochschule Luzern, die schon einige Studien zu diesem Thema verfasst hat, im ständigen Austausch. Marcel Perren kann die subjektive Wahrnehmung von gewissen Luzernern, die sich an den Touristen stören, nicht teilen und schliesst damit: «Wir Schweizer als Reiseweltmeister stehen bestimmt auch vor dem Eifelturm oder dem Sydney Opera House und blockieren so den Weg der Einheimischen». Ein wahres Wort.







