Der Kanton Luzern führt ein digitales Portal für die Berufsbildung ein. Die Lehrbetriebe können ihre offenen Lehrstellen selbständig verwalten, Lehrverträge digital erfassen und direkt zur Genehmigung einreichen und verwalten. Der Kanton und die Unternehmen ziehen nach dem Pilotversuch ein positives Fazit: Der administrative Aufwand hat abgenommen und die Effizienz wurde gesteigert.

Mit dem Portal Berufsbildung können die Lehrbetriebe ihre offenen Lehrstellen selbständig verwalten, Lehrverträge digital erfassen, direkt zur Genehmigung einreichen und verwalten. Bild: Pixabay.

Sieben Deutschschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein haben das Portal Berufsbildung eingeführt. Es ist ein wichtiger Meilenstein für die Berufsbildung und bringt die Digitalisierung in der Berufsbildungsadministration einen grossen Schritt voran. Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung des Kantons Luzern hat dieses Projekt initiiert und übergreifend für die sieben Partner geleitet.

So funktioniert das Portal Berufsbildung

Dreissig Luzerner Lehrbetriebe arbeiten seit Mai 2019 mit der Pilotversion des Portals. Dank der Unterstützung der Pilotbetriebe konnte das Portal innert kurzer Zeit erfolgreich optimiert werden. Aufgrund der positiven Rückmeldungen wurde das Portal im August 2019 – mit der erstmals elektronisch möglichen Lehrstellenerfassung (LENA) – flächendeckend eingeführt. Seit Oktober 2019 können die neuen Lehrverträge elektronisch eingereicht werden; der physische Versand zwischen Lehrbetrieb und Kanton entfällt.

Konkret können die Lehrbetriebe auf dem Portal Berufsbildung:

  • Lehrverträge erfassen, zur Genehmigung einreichen und verwalten
  • Lehrvertragsverlängerungen einreichen
  • Neue Bildungsbewilligungen beantragen
  • Neue Berufsbildner melden und bestehende Daten verwalten
  • Lernenden- und Lehrbetriebsdaten mutieren
  • Prüfungsabmeldung zum Qualifikationsverfahren bestätigen
  • LENA-Daten erfassen (Lehrstellen Nachweis)

Entlastung und schnelle Abwicklung

Mit dem Portal Berufsbildung können die Lehrbetriebe ihre offenen Lehrstellen selbständig verwalten, Lehrverträge digital erfassen, direkt zur Genehmigung einreichen und verwalten. Weiter haben sie jederzeit Einblick in ihre Lehrbetriebs- und Lernenden-Daten und können diese selber bewirtschaften. Die papierlastigen Arbeiten werden durch digitale Prozesse abgelöst, was eine zeitunabhängige Kommunikation zwischen Betrieben und Dienststelle ermöglicht. Dies bedeutet eine administrative Entlastung, schnellere Abwicklung und erhöhte Datenqualität für alle Beteiligten. Zwischenzeitlich nutzen 2216 (46 Prozent) der Lehrbetriebe im Kanton Luzern das Portal Berufsbildung.

Wege verkürzen sich

Die Unternehmen schätzen die neuen administrativen Möglichkeiten. Bettina Seeholzer-Scherrer, Leiterin Projekte der CSS Versicherung in Luzern, sagt: «Als Unternehmen, das die Digitalisierung stetig vorantreibt, schätzen wir das papierlose und effiziente Arbeiten mit dem Berufsbildungsportal. Die Wege verkürzen sich und der Lehrvertrag ist schneller bei den Lernenden.» Bereits in der Pilotphase habe ein enger Austausch stattgefunden. Anpassungen und Verbesserungen konnten direkt mit der Dienststelle Berufsbildung vorgenommen werden. «Ebenfalls schätzen wir, dass auch nach der Inbetriebnahme im August weitere Funktionen implementiert wurden, welche die Zusammenarbeit zusätzlich vereinfachten.»

Auch Oskar Egli, Leiter Berufsbildung der Hunkeler AG in Wikon, kann dem Portal Berufsbildung viel Gutes abgewinnen: «Mit dem Portal Berufsbildung wird die administrative Zusammenarbeit zwischen uns und der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung optimiert, modernisiert oder eben digitalisiert. Als Pilotbetrieb konnten wir unsere Anregungen und Wünsche direkt platzieren und haben sehr gute Erfahrungen gesammelt.»