Nach wochenlangem Regen sah es zunächst so aus, als würde auch die diesjährige Bundesfeier auf dem Rütli buchstäblich ins Wasser fallen. Doch rund 700 Besucherinnen und Besucher liessen sich von den Wetterprognosen nicht abschrecken und wurden auf der traditionsreichen Rütliwiese mit Sonnenschein belohnt. Für einige Stunden verwandelte sich der verhangene Sommer in einen strahlenden Festtag. Mitgebrachte Regenschirme dienten kurzerhand als Sonnenschutz, und die Stimmung war von Beginn an hervorragend.
Unter dem Motto „Einklang und Vielfalt“ bot die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Fahnenschwingen durch den Fähndlerclub Wäggis und einer Ausstellung zur Dialekt- und Sprachenvielfalt der Schweiz. Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter sprach zu den Gästen und betonte die Kraft des Zusammenhalts in herausfordernden Zeiten.
Mit ihrem Programm „Hackbrett meets Boogie-Woogie“ begeisterten die sympathischen und bodenständigen Musiker Nicolas Senn am Hackbrett und Elias Bernet am Piano das Publikum im Vorprogramm sowie während der Bundesfeier. Dabei zeigten sie eine musikalische Vielfalt, die weit über traditionelle Volksmusik und Jazz hinausgeht.
In der Pause nahm sich Nicolas Senn, der vor Kurzem noch Ferien in unserer Region verbracht hatte, Zeit für ein Interview:
Interview und Fotos: Sabine Itting
Nicolas, du musst gleich auf die Bühne – danke, dass du dir trotzdem ein paar Minuten Zeit nimmst! Vorstellen müssen wir dich eigentlich nicht, man kennt und liebt dich auch in der Zentralschweiz. Hast du überhaupt Zeit, nach dem Auftritt die schöne Region ein bisschen zu erkunden?
Heute leider nicht. Wir müssen direkt weiter nach Heiden, da steht noch ein Auftritt an. Aber ich habe vor Kurzem sehr schöne Ferien in der Region verbracht.
Ferien am Vierwaldstättersee? Wo genau?
Ich war mit Kollegen auf einer Töfflitour rund um Luzern.
Spannend! Erzähl uns mehr, was hat dir besonders gefallen?
Die Landschaft hat uns beeindruckt, diese Vielfalt, die Seen, die Berge – es ist einfach wunderschön hier. Und die Menschen, die wir getroffen haben, waren ausnahmslos freundlich und hilfsbereit. Wir waren unter anderem im Eigenthal, in Nidwalden, auf dem Stanserhorn und auf dem Wiesenberg unterwegs.
Du kommst aus dem Appenzellerland. Ich frage jetzt nicht nach den Unterschieden, sondern – passend zum heutigen Motto – nach den Gemeinsamkeiten. Gibt es da welche zwischen den beiden Regionen?
Auf jeden Fall. Beide Regionen haben diese schönen Hügellandschaften und pflegen ihre Traditionen. Es gibt Trachten, es gibt Volksmusik – bei uns ist es das Hackbrett, in der Zentralschweiz das Örgeli. Beides klingt anders, aber hat viel gemeinsam.
Eine letzte Frage, bevor es musikalisch weitergeht: Warum sollten unsere Hörerinnen und Hörer unbedingt ein paar Tage im Appenzellerland verbringen?
Wir haben den schöneren Pilatus! (lacht) – Nein, im Ernst: Der Säntis ist mein Lieblingsberg. Der Alpstein mit seinen markanten Felsformationen ist wirklich einzigartig, die Aussicht ist grandios. Ich schätze die Ruhe und die frische Luft in den Hügeln und Wäldern des Appenzellerlands und auch den typischen Appenzeller Humor und die vielen gelebten Traditionen.
Danke, Nicolas – und einen wunderschönen 1. August noch!








