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Luzern

Villa Senar wird zum öffentlichen Kultur- und Bildungszentrum

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Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages erwirbt der Kanton Luzern ein Denkmal von nationaler Bedeutung: die in Hertenstein gelegene Villa Senar. Der Kanton Luzern will dieses kulturelle Erbe erhalten, den Ort als regional und international ausstrahlungskräftiges Kultur- und Bildungszentrum entwickeln und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Mit dem Kauf löst der Kanton Luzern die schwierige Erbschaftssituation und ermöglicht die Teilung der Erbschaft.

Die vom Komponisten, Pianisten und Dirigenten Serge Rachmaninoff in den 1930er Jahren erbaute, unmittelbar am Vierwaldstättersee gelegene Villa Senar (Abkürzung der Namen Serge, seiner Frau Natalia und Rachmaninoff) und weitere Gebäude in der 20’000 Quadratmeter umfassenden Parkanlage stehen seit 2018 unter Denkmalschutz.

Mit dem Kauf löst der Kanton Luzern die schwierige Erbschaftssituation und ermöglicht die Teilung der Erbschaft. Die gesetzlichen Erben französischer Staatsangehörigkeit (vier Urenkel von Serge Rachmaninoff) erhalten je zwei Millionen Franken. Der Kantonsrat bewilligte den entsprechenden Sonderkredit am 6. Dezember 2021. Die Stiftung Serge Rachmaninoff verzichtet auf einen Anteil am Kaufpreis, um die Sicherung und Renovation der Villa durch den Übergang ins kantonale Eigentum zu unterstützen. Am 1. April 2022 hat die Beurkundung des Kaufvertrages stattgefunden. Gleichzeitig unterzeichneten der Kanton Luzern und die Stiftung Serge Rachmaninoff einen Betriebsvertrag.

Am 1. April 2022 hat die Beurkundung des Kaufvertrages stattgefunden.

Das Werk von Rachmaninoff fördern

Die Stiftung Serge Rachmaninoff, die noch vom Enkel Alexandre Rachmaninoff gegründet wurde, bezweckt, das kulturelle Erbe Senar zu erhalten und das Werk von Rachmaninoff zu fördern. Stiftung und Kanton haben gemeinsam ein Betriebskonzept ausgearbeitet und gleichzeitig mit dem Kaufvertrag einen Betriebsvertrag unterzeichnet. Letzteren unterschrieb seitens Kanton Regierungsrat Marcel Schwerzmann. Er sagt: «Für die künftige strategische Führung und Aufsicht des Kultur- und Bildungszentrums wird eine Steuerungsgruppe eingesetzt, die sich paritätisch aus einer je zweiköpfigen Vertretung des Kantons Luzern und der Stiftung zusammensetzt.»

Der Betrieb sei, so Bildungs- und Kulturdirektor Schwerzmann so organisiert, dass der Kanton als Eigentümer den Unterhalt der Liegenschaft sicherstellt, die Vermietungen für gesellschaftliche und geschäftliche Anlässe organisiert sowie eigene Veranstaltungen durchführt. Urs Ziswiler erklärt als Präsident der Stiftung Rachmaninoff: «Die Stiftung übernimmt die umfassende Kuratierung der Kultur- und Bildungsveranstaltungen. Dies beinhaltet die Durchführung und Finanzierung eigener Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit Partnern. Auf diese Weise können wir unserem Stiftungszweck weiterhin und langfristig nachkommen.»

Der Stiftungspräsident und der Kultur- und Bildungsdirektor sind überzeugt, dass mit dieser Aufgabenteilung die unterschiedlichen Stärken von Kanton und Stiftung optimal genutzt, der Betrieb partnerschaftlich aufgebaut und erfolgreich in die Zukunft geführt werden kann. Stiftung und Kanton werden ihren Aufgaben entsprechend qualifizierte Personen anstellen.

Kulturell belebt und öffentlich zugänglich

Der nahezu originale Erhalt, die hohe räumliche und architektonische Qualität sowie der personengeschichtliche Wert zeichnen die Gesamtanlage Senar als etwas Einmaliges aus. Mit dem Kultur- und Bildungszentrum verfolgt der Kanton Luzern gemeinsam mit der Stiftung folgende Zielsetzungen: Das kulturelle Erbe soll in möglichst originalem Zustand erhalten und die Authentizität, die der Ort ausstrahlt, bewahrt werden. Diesen Rahmenbedingungen Rechnung tragend, wird der Ort mit Kultur- und Bildungsveranstaltungen für ganz unterschiedliche Zielgruppen belebt. Es finden Tage der offenen Tür mit öffentlichen Führungen statt. Der Park wird während der warmen Jahreszeiten bei schöner Witterung für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wenn der Park geöffnet ist, wird ein kleines Terrassencafé betrieben. Auch kann die Villa für gesellschaftliche und geschäftliche Anlässe (Apéros und Essen) gemietet werden.

Startklar fürs Rachmaninoff-Jahr 2023

Für die Sanierung und bauzeitliche Renovation der Gebäude bewilligte der Kantonsrat am 6. Dezember 2021 drei Millionen Franken. Sie wird in zwei Etappen erfolgen und durch die Dienststelle Immobilien umgesetzt. Das umfangreiche Archivmaterial wird bereits in den nächsten Wochen ins Luzerner Staatsarchiv überführt. Die erste Renovationsphase startet im Juli 2022 und dauert voraussichtlich bis Ende September 2022. In diesem Zeitraum liegt der Fokus auf der Aussenhülle und der Funktionstüchtigkeit der Gebäude. Bereits vor und nach diesen Arbeiten können in der Villa Veranstaltungen stattfinden. Im Jahr 2023 würde Rachmaninoff seinen 150. Geburtstag feiern. Dieses Jubiläumsjahr soll mit Veranstaltungen begangen werden können, weshalb die zweite Renovationsetappe der Innenräume erst 2024 fortgesetzt wird.

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