Mit der Achtsamkeit ist es oft wie mit unserem Alltag: Wir versuchen immer noch mehr hineinzupacken. Noch eine Aufgabe, noch ein Termin, noch ein Ziel. Dabei sehnen wir uns gleichzeitig nach mehr Ruhe, Klarheit und Gelassenheit. Paradox eigentlich. Vielleicht liegt der Schlüssel gar nicht darin, mehr zu tun – sondern weniger.
Wenn der Alltag zu voll wird
Unser Alltag ist häufig vollgepackt. Zwischen Arbeit, Familie, Verpflichtungen und digitalen Ablenkungen bleibt kaum Raum zum Durchatmen. Wir springen von einer Aufgabe zur nächsten, beantworten nebenbei Nachrichten und versuchen, möglichst effizient zu sein. Doch genau dieses «Mehr» führt oft dazu, dass wir uns innerlich erschöpft fühlen.
Achtsamkeit erinnert uns daran, dass weniger manchmal tatsächlich mehr ist. Weniger Multitasking bedeutet mehr Fokus. Weniger Reize bedeuten mehr Klarheit. Weniger Termine bedeuten mehr Zeit für das, was wirklich wichtig ist.
Kleine Momente der Achtsamkeit
Ein kleiner achtsamer Moment kann schon genügen. Vielleicht entscheidest du dich heute bewusst dafür, eine Sache nach der anderen zu tun. Wenn du einen Kaffee trinkst, dann trink ihn einfach nur – ohne nebenbei auf das Handy zu schauen. Wenn du einen Spaziergang machst, dann nimm die Umgebung wahr, statt bereits den nächsten Termin im Kopf durchzugehen.
Diese kleinen Inseln der Reduktion schaffen Raum. Raum zum Atmen, Raum zum Wahrnehmen und Raum für das Wesentliche. Und oft merken wir dabei: Wir brauchen gar nicht so viel, wie wir denken.
Versuch es einmal bewusst: Streiche heute eine Sache von deiner To-do-Liste. Nicht, weil du sie nicht schaffen würdest, sondern weil du dir selbst etwas Raum schenken möchtest. Vielleicht entsteht genau in diesem Moment etwas Wertvolleres – Ruhe, Klarheit oder einfach ein tiefer Atemzug.
Denn manchmal liegt die grösste Kraft nicht im Mehr, sondern im Weniger.
Achte auf dich.

Über den Autor:
Pirmin Loetscher ist Achtsamkeitstrainer, Coach für Mentales und Autogenes Training, Dozent, und Bestsellerautor. Er fördert in seiner Arbeit die Menschen im Privaten, wie auch in Unternehmen, in ihrer Eigenverantwortung im Bezug auf ihr persönliches Stressmanagement und einem achtsamen Umgang mit ihren eigenen Ressourcen.







