Mit dem Kauf der bekannten Schuhmarke Künzli, die nicht nur bei Kennern Kultstatus besitzt, hat sich Unternehmer Roberto Martullo einen Herzenswunsch erfüllt. Dass er das Traditionsunternehmen in letzter Sekunde vor dem endgültigen Aus bewahrte, hat ihm grosse Sympathien eingebracht.
Im neusten Vodcast von Andy Wolf auf Radio Lozärn gewährt Roberto Martullo einen Einblick in die Beweggründe, die ihn zu diesem Schritt bewogen: «Es braucht nicht einen Willen, sondern ein Gefühl, und zwar ein gutes Gefühl, dass man den Eindruck gewinnt, dass es passt. Das Gefühl hatte ich, als ich erfuhr, dass die Firma geschlossen werden soll und erst recht, als ich dort vor Ort war, die Produkte gesehen habe, da habe ich gewusst, das ist etwas, das ich machen will, mit Leidenschaft. Das ist ein Gefühl, das aufkommt. Ich bin sehr schnell mit der vormaligen Besitzerin einig geworden. Wenn mein Gefühl nicht gestimmt hätte, dann hätte ich die Firma nicht gekauft. Ich kaufe nicht eine Firma, damit ich eine Firma habe. Ich habe die Bilder der Firma und wohin es mit dieser geht, gesehen und dann habe ich gewusst, dass das zu mir passt».
Seine Handschrift ist schon zu erkennen
Auf die Frage, wieviel Roberto Martullo bereits in der Firma stecke, antwortet dieser: «Schon ziemlich viel. Wir haben seit Anfang Januar, als das Unternehmen übernahm, 25 neue Modelle kreiert, das machen wir alles am Standort Windisch, wir designen neue Schuhe, machen den Prototypenbau und lassen sie nach unseren Vorstellungen produzieren. Da rede ich natürlich schon mit, wenn es um die Farbe und die Kombination von Farben geht. Ich höre aber auch auf mein Umfeld, zeige diesem die Prototypen. Vielleicht gefällt mir ja ein Schuh nicht, aber er muss nicht mir, sondern den Kunden gefallen». Die Affinität zu Schuhen stellte Roberto Martullo Blocher bereits als Kind italienischer Gastarbeiter her, die während vierzig Jahren für Bally tätig waren.

Der Weg ist klar vorgezeichnet
Gemäss Roberto Martullo wird der bekannte Bereich für Orthopädie-Schuhe weitergeführt, hier gebe es in der Schweiz praktisch keine Alternative. Der andere Bereich bilden die Sneaker, die Lifestyleschuhe, und die werden in den nächsten Jahren gepusht. Dabei bestehe die Aufgabe darin, aktiv zu kommunizieren, dass es neben den Orthopädieschuhen von Künzli eben auch Lifestyleschuhe gebe und es sei seine Aufgabe, diesen Umstand bekannt zu machen und unter die Leute zu bringen. Zuerst werde nun der Markt Schweiz aktiv bearbeitet und wenn es gut laufe, würden auch ausländische Märkte ins Visier genommen. Einen grossen Beitrag zur Schaffung der Bekanntheit soll der Künzli-Store an bester Lage in Zürich herstellen, der anfangs Mai seine Tore öffnete.
Gedanken drehen sich stets um Künzli
Roberto Martullo, der gemäss eigener Aussage mit sechs Stunden Schlaf auskommt, sagt, dass überall, wo er hinkommt, Künzli das grosse Thema sei. «Es ist ein emotionales Thema, welches die Menschen berührt. Das macht auch Spass». Ein guter Tag beginne damit, einen Künzli-Schuh anzuziehen. Und dieses Gefühl möchte er auch den Leuten rüberbringen. Wenn Künzli ausnahmsweise nicht das Hauptthema ist, dann erholt sich Roberto Martullo beim Motorradfahren mit seiner grossen BMW oder beim Jagen in den Bündner Bergen.








