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FC Luzern braucht CHF 33 Mio. – Bernhard Alpstaeg bereit zur Mitfinanzierung

Bernhard Alpstaeg ist bereit, den massiv überschuldeten FC Luzern auf eine stabile finanzielle Basis zu stellen. Dazu will er CHF 4 Mio. einschiessen, um die Eigenkapitalbasis zu stärken. Ausserdem ist er bereit, mit den anderen Aktionären der FCL Holding AG ein Paket in zweistelliger Millionenhöhe zu schnüren, damit der FC Luzern in den nächsten fünf Jahren finanziell gesichert ist. Insgesamt geht Alpstaeg von einem Kapitalbedarf von CHF 33 Mio. aus.

Die FC Luzern-Innerschweiz AG, die für den Betrieb des FC Luzern verantwortlich ist, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 ein Defizit von 4.7 Mio. Franken erwirtschaftet. Ihr Eigenkapital ist nun mit -8 Mio. Franken negativ. Dies geht aus dem neuen Geschäftsbericht der FC Luzern-Innerschweiz AG für das Geschäftsjahr 2022-2023 hervor. Vermutlich ist der Verlust in der Zwischenzeit weiter angestiegen.

«Diese Entwicklung ist noch schlimmer, als die von uns bereits Anfang Jahr geäusserten Befürchtungen», sagt Bernhard Alpstaeg, der grösste Aktionär der FCL Holding AG, welcher die FC Luzern-Innerschweiz AG zu 97% gehört.

Sofortige finanzielle Sanierung und Stabilisierung für die Zukunft nötig

Angesichts der massiven Überschuldung sei eine Sanierung der FC Luzern-Innerschweiz AG unerlässlich. «Zuerst muss die FCL Holding AG dafür sorgen, dass das Eigenkapital nicht mehr negativ ist», sagt Alpstaeg. Dafür brauche es CHF 8 Mio.

«Ich bin bereit, mich an dieser Sanierung mit CHF 4.16 Mio. zu beteiligen. Dies entspricht meinem Anteil von 52% am Aktienkapital der FCL Holding AG.» Allerdings müsse der Verwaltungsrat der FCL Holding sein 52%-Aktienpaket zuerst im vollen Umfang wieder anerkennen, inklusive der ihm rechtswidrig aberkannten 25%.

Falls die anderen Aktionäre der FCL Holding zu dieser Sanierung nicht handbieten wollten, so Alpstaeg, dann sei er auch bereit, die FC Luzern-Innerschweiz AG zu übernehmen und allein zu sanieren, also die ganzen erforderlichen CHF 8 Mio. einzuschiessen. «Wichtig ist mir einfach, dass der FC Luzern weiterbesteht und dass die Gläubiger der FC Luzern-Innerschweiz AG keinen Verlust erleiden.»

Für Alpstaeg ist die Sanierung des Eigenkapitals der FC Luzern-Innerschweiz AG aber nicht genug. «Der FCL hat in den vergangenen Jahren durchwegs Millionendefizite gemacht. In den letzten drei Saisons zusammen waren es allein über 10 Millionen.»

Deshalb müsse man davon ausgehen, dass sich das auch in absehbarer Zukunft nicht ändern werde. «Wenn wir jetzt nur die acht Millionen einschiessen, damit das Eigenkapital der FC Luzern-Innerschweiz AG nicht mehr negativ ist, dann stehen wir spätestens in einem Jahr, wenn der FCL erneut ein Defizit von drei, vier oder fünf Millionen eingefahren hat, wieder vor einem Scherbenhaufen», sagt Alpstaeg.

Er schlägt deshalb vor, jetzt ein Finanzierungspaket zu schnüren, das den FC Luzern für mindestens die nächsten fünf Jahre auf eine solide finanzielle Basis stellt.

«Wenn wir das jetzige Defizit des FCL von 4.7 Millionen Franken für die abgelaufene Saison 2022-2023 als Massstab nehmen und die Teuerung miteinberechnen, so bedeutet dies, dass wir für die nächsten fünf Jahre ein Stabilisierungspaket von insgesamt rund 25 Millionen Franken schnüren müssen», sagt Alpstaeg.

Dies würde es erlauben, so der Patron der swisspor-Gruppe, die Strukturen und Organisation der FC Luzern Gruppe in Ruhe zu optimieren, damit der Betrieb in Zukunft effizienter und weniger defizitär gestaltet werden könne.

«Wenn wir so vorgehen können», sagt Alpstaeg, «dann bin ich bereit, gemeinsam mit den anderen Aktionären ein solches Finanzpaket für die FCL Holding AG zu schnüren und es meiner 52%Beteiligung an der FCL Holding entsprechend mitzufinanzieren.»

Gemeinsamer Verwaltungsrat und Aktionärsbindungsvertrag

Alpstaeg schlägt deshalb vor, den Verwaltungsrat der FCL Holding AG neu zu besetzen, um die finanzielle Sanierung und wirtschaftliche Optimierung der FC Luzern Gruppe möglichst rasch in die Wege zu leiten.

Dabei sollten alle Aktionärsgruppen der FCL Holding AG im VR vertreten sein. Zudem sei es wichtig, dass die Verwaltungsräte über die für ein solches Gremium wichtigen Fachkompetenzen verfügten und als Team gut zusammenarbeiten könnten.

Da das Aktionariat der FCL Holding AG jetzt sehr breit gefächert sei, sei er auch bereit, die Ziele und Zusammenarbeit mit den anderen Aktionären in einem neuen Aktionärsbindungsvertrag zu regeln, erklärt Alpstaeg. Der alte Aktionärsbindungsvertrag war auf Ersuchen von Josef Bieri im April 2021 aufgelöst worden.

«Ich hoffe, diese Vorschläge zeigen, dass mir der FC Luzern sehr am Herzen liegt», sagt Alpstaeg. «Und ich bin bereit meinen Beitrag zu leisten, dass er auch in Zukunft Erfolg haben kann.»