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Long Covid-Spezialistin warnt vor neuer Volkskrankheit

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In ihrem Buch «Long Covid – die neue Volkskrankheit» warnt Jördis Frommhold eindringlich davor, die Corona-Langzeitfolgen zu unterschätzen: Viele ihrer Patienten sind arbeitsunfähig – auch junge.

Dass Jördis Frommhold eine Expertin für Long Covid wurde, hat sich so ergeben. Bis vor zwei Jahren hat die Chefärztin der Median Klinik Heiligendamm vor allem Lungenpatienten behandelt. Doch dann kamen Corona und seine Langzeitfolgen: Long Covid. Frommhold hat die «neue Volkskrankheit» zur eigenen Chefsache gemacht. Und gilt als absolute Spezialistin der Erkrankung, über die man nur wenig weiss; für die Forscher noch keine Ursache finden konnten – und damit auch kein Medikament.

Geschmacksverlust und Haarausfall

Alles, was Frommhold für ihre Patienten tun kann, ist, die Symptome zu behandeln. Die Ärztin tut dies mit Herzblut und Einsatz. Auch, weil sie täglich sieht, wie sehr ihre Patienten unter den Langzeitfolgen leiden. Geschmacksverlust und Haarausfall in Büscheln gehören dabei zu den harmlosen Symptomen. Manche Betroffene, darunter viele junge Menschen, können ihren Alltag nicht mehr bewältigen. Sie haben Probleme, sich zu konzentrieren, kommen kaum aus dem Bett, können nicht mehr arbeiten. Über ihre Schicksale schreibt Frommhold in ihrem Buch «Long Covid – die neue Volkskrankheit» (C.H.Beck Verlag).

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Frau Frommhold berät auch Politiker und mahnt vor den Auswirkungen von Long Covid: «Wenn viele Menschen in systemrelevanten Berufen über Monate und Jahre ausfallen, kann das auch weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben», sagt sie. Doch das ist nur ein Grund, warum ihr Aufklärung so wichtig ist. Fast 1700 Personen haben sich 2021 in der Schweiz wegen Long Covid bei der IV angemeldet.

Mehr Infos bei LONG COVID SCHWEIZ – von Betroffenen für Betroffene.

Wie wirkt die Impfung?

«Eine Impfung kann sich positiv auf die Symptome von Long Covid auswirken und diese abschwächen», sagt Mayssam Nehme, Klinikleiterin Abteilung für Hausarztmedizin am Universitätsspital Genf. Bei 36 Prozent der Befragten, die sich nach der Erkrankung haben impfen lassen, hätten die Symptome nachgelassen, nur bei 3.3 Prozent hätten sie sich verstärkt, erklärt Nehme. Diese Erkenntnisse stammen von einer Genfer Studie, in der 1500 Personen drei Monate nach ihrer Covid-Infektion befragt wurden.

 

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